Deutschland-Chef gegen Fusion mit Opel
Bei Fiat fallen 8 100 Stellen weg

Der Abbau von 8 100 Arbeitsplätze beim angeschlagenen italienischen Fiat-Konzern ist ungeachtet der hartnäckigen Proteste der Belegschaft beschlossene Sache. Nachdem am Vorabend die Verhandlungen zwischen Konzern-Führung und Gewerkschaften endgültig gescheitert waren, gingen auch am Freitag am Firmensitz in Turin wieder tausende Fiat-Arbeiter auf die Straße.

HB/dpa ROM/FRANKFURT/MAIN. Vom kommenden Montag an werden wie geplant zunächst 5 600 Stellen, die restlichen dann 2003 gestrichen. Die Gewerkschaften kündigten einen landesweiten Streik in den Fiat-Werken an. "Dies wird nur ein erster konkreter Schritt sein", sagte ein Arbeitnehmervertreter.

Fiat erklärte, mit den Stellenkürzungen könnten 2003 mehr als eine Milliarde Euro gespart werden. Zwischen 2003 und 2005 sollen zudem jährlich 2,6 Mrd. Euro in neue Modelle und eine Neuordnung der Geschäftsstruktur investiert werden. Die Verhandlungen zwischen Regierung, Gewerkschaften und Fiat fanden am Sitz des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi statt, der zufrieden mit dem Ergebnis zeigte.

Der neue Vorstandsvorsitzende der deutschen Fiat Automobil AG, Klaus Fricke, ist gegen eine Fusion des italienischen Pkw-Herstellers mit den europäischen Töchtern von General Motors (GM). "Fiat wird noch lange ein unabhängiges Automobilunternehmen bleiben", betonte Fricke am Freitag in Frankfurt. Weil Fiat Teil des italienischen Nationalstolzes sei, werde an einer nationalen Lösung gearbeitet, die auch bei den Banken Unterstützung finde.

Eine Fusion der beiden Autohersteller Fiat und Opel sei angesichts ihrer aktuell schwierigen Lage ohnehin nicht sinnvoll, sagte der ehemalige Daimler - und BMW-Manager, der Anfang September die Spitze von Fiat Deutschland übernommen hatte. "Kooperationen können auch glücklich machen." Mit den bestehenden Gemeinschaftsunternehmen zwischen Fiat und GM/Opel für Einkauf sowie Motoren und Getriebe könnten beide Seiten erhebliche Kostenvorteile erzielen. =allerdings auch teure Verkaufshilfen wie die Null-Zins-Finanzierung beigetragen. Unter dem Strich bleibt damit aber immer noch ein Minus von 10,6 % auf 82 000 Autos. Einschließlich der Modelle Alfa Romeo und Lancia sowie Transportern dürfte der Umsatz von Fiat Deutschland um etwa 10 % auf 1,8 Mrd. Euro zurückgehen.

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