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Deutschland droht Marktführerschaft im E-Commerce zu verlieren

Deutschland droht offenbar bei der Entwicklung des interaktiven Fernsehens (T-Business) den europäischen Anschluss zu verlieren. Derzeit hinkt man um mindestens drei Jahre hinterher, wie eine am Montag in Hamburg vorgestellte Studie der Unternehmungsberatung Mummert + Partner und des Zukunftsbüros Z_punkt feststellt.

ddp HAMBURG. Während in Großbritannien das interaktive Fernsehen schon den Kinderschuhen entwachsen sei und der Verbraucher auf vertraute Internetanwendungen wie E-Mail zugreifen könne, sei der Durchbruch in Deutschland nicht vor dem Jahr 2006 zu erwarten. Deutschland laufe damit Gefahr, seine europäische E-Commerce-Marktführerschaft einzubüßen, sagte Wilhelm Alms, Vorstandsvorsitzender von Mummert + Partner.

Die zu erwartende Euphorie auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin um die neuen Möglichkeiten des T-Business werde schnell abklingen, sagte Alms. Wenn sich das neue Geschäft jedoch einmal durchgesetzt habe, habe es ein hohes Zukunftspotenzial. Anbieter von interaktiven Fernsehgeräten könnten den Internet-Providern Kunden abwerben. Zudem werde das interaktive Fernsehen auch die Nutzer erreichen, die sich bisher dem Internet verweigert haben, betonte Alms.

T-Business komme allerdings erst als dritter großer Trend des digital Business nach Deutschland. Die ersten beiden Wellen seien der elektronische Handel über das Internet (E-Business) und dann die Mobilfunkdienste (M-Business). E-Business sei heute schon Realität und schreite in den nächsten Jahren voran. M-Business werde sich etwa ab 2004 durchsetzen. "Bevor das Geschäft mit dem interaktiven Fernsehen kommt, müssen die Unternehmer erst einmal die Herausforderungen des E- und M-Business bewältigen", sagte Alms.

Gebremst werde die Entwicklung des gesamten digitalen Business derzeit noch durch fehlende Möglichkeiten für das digitale Bezahlen. Die Unsicherheiten im Zahlungsverkehr entwickelten sich zur Umsatzbremse für den Einkauf von Waren und Dienstleistungen im Web, betonte Alms. Erst in fünf Jahren sei mit dem Durchbruch von Zahlungssystemen im Internet zu rechnen. Auch neue Leistungen wie elektronische Lernprogramme sowie Gesundheitsdienstleistungen über das Internet bräuchten mindestens noch drei Jahre, bis sie sich durchsetzen könnten.

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