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Deutschland Experten: Zahl der Arbeitslosen steigt im November um rund 60 000

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt gibt es weiterhin kaum Hoffnung auf eine Trendwende. Auch im November zeichnet sich nach Einschätzung von Arbeitsmarktexperten keine Besserung ab.

dpa-afx NÜRNBERG. Auf dem deutschen Arbeitsmarkt gibt es weiterhin kaum Hoffnung auf eine Trendwende. Auch im November zeichnet sich nach Einschätzung von Arbeitsmarktexperten keine Besserung ab. Nach den Berechnungen der Fachleute waren im zu Ende gehenden Monat rund 4,26 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit; dies wären rund 60 000 mehr als im Oktober und rund 80 000 mehr als vor einem Jahr. Die offiziellen Zahlen will die Bundesagentur für Arbeit am nächsten Donnerstag (2. Dezember) bekannt geben.

Der starke Anstieg der Erwerbslosenzahlen im November habe in erster Linie saisonale Gründe. Vor allem auf dem Bau, in der Gastronomie, in der Landwirtschaft und in Gärtnereien gehe der Wintereinbruch oft mit einem Abbau von Arbeitsplätzen einher, betonen die Fachleute. Aber selbst nach Abzug solcher saisonaler Effekte bleibe im November noch ein Anstieg von 10 000 bis 20 000, berichteten Analysten deutscher Großbanken am Donnerstag in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Experten: Überschreiten DER Fünf-Millionen-Marke Nicht Überbewerten

"Das wirtschaftliche Umfeld ist einfach noch zu schwach. Derzeit werden immer noch Vollzeitbeschäftigte abgebaut. Diese Entwicklung wird nur teilweise durch die Einstellung von Teilzeitbeschäftigten sowie durch Mini- oder Ein-Euro-Jobs abgefedert", berichtet der Analyst Stephan Bielmeier von der Deutschen Bank in Frankfurt. "Das ist im Moment aber alles noch nicht konjunkturell unterfüttert."

Auch sein Kollege Ralph Solveen von der Commerzbank geht davon aus, dass die Konjunktur frühestens im nächsten Jahr zu einer Arbeitsmarkt-Belebung führen wird. Dagegen sieht Andreas Rees von der Hypovereinsbank auch für 2005 "kaum Luft nach unten"; das Risiko eines weiteren Anstiegs der Arbeitslosenzahl sei angesichts des von seinem Haus veranschlagten Wirtschaftswachstums von nur 1,2 Prozent weiterhin groß, meint der Analyst.

Das für Jahresanfang 2005 erwartete Überschreiten der Fünf-Millionen-Marke bei der Arbeitslosenzahl sollte nach Ansicht der Arbeitsmarktexperten nicht überbewertet werden. Dies habe hauptsächlich statistische Gründe, da von Januar 2005 an auch erwerbsfähige Sozialhilfeempfänger in der offiziellen Arbeitslosenstatistik auftauchen. "Das sagt aber eigentlich nicht viel über die tatsächliche Lage auf dem Arbeitsmarkt aus", betont der DZ-Bank-Volkswirt Bernd Weidensteiner.

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