Deutschland hinter Europa
Herbstgutachten prognostiziert geringeres Wirtschaftswachstum

Im nächsten Jahr soll die deutsche Wirtschaft um 2,7 Prozent wachsen. Im laufenden Jahr unterstellen die Experten eine Zunahme von 3,0 Prozent.

Reuters BERLIN. Die sechs führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten im kommenden Jahr ein etwas geringeres Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone und in Deutschland. Nach dem am Dienstag in Berlin vorgelegten Herbstgutachten gehen die Volkswirte von einem realen Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone im nächsten Jahr von 2,8 % und in Deutschland von 2,7 % aus. Im laufenden Jahr wird eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts in der Euro-Zone von 3,3 % und in Deutschland von 3,0 % unterstellt.

Verbraucherpreise sollen sinken

Die Verbraucherpreisentwicklung in Deutschland wird sich im kommenden Jahr dem Gutachten zufolge wieder leicht entspannen, wobei die Inflationsrate in 2001 auf 1,7 (1,9) Prozent sinken werde. Die Gutachter erwarten auch eine Beruhigung bei der Ölpreisentwicklung. Der Preis für den Barrel (159 Liter) dürfte im kommenden Jahr dem Gutachten zufolge auf durchschnittlich 27 (29) $ zurückgehen. Wegen des Ölpreisschocks mehrten sich aber in Deutschland die Anzeichen für eine Abkühlung der Konjunktur.

Arbeitslosenzahl soll auf 8,5 Prozent sinken

Der weiterhin anhaltende Aufschwung wird dem Gutachten zufolge zu einem weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit beitragen. Die Arbeitslosenquote werde 2001 auf durchschnittlich 8,5 von noch 9,2 % in diesem Jahr sinken.

Keine geldpolitische Straffung von der EZB erwartet

Eine geldpolitische Straffung durch die Europäische Zentralbank (EZB) erwarten die Institute nicht. Der Hauptrefinanzierungssatz der EZB dürfte in nächster Zeit auf dem jetzigen Niveau bleiben, heißt es in dem Gutachten. Von der Finanzpolitik der Industrieländer wird im kommenden Jahr eine leicht anregende Wirkung für die Konjunktur unterstellt. In den USA, wo die Wirtschaft bereits seit geraumer Zeit boomt, wird eine "sanfte Landung" erwartet, wobei die Wachstumsrate in 2001 auf 3,2 (5,3) Prozent abnehmen dürfte.

Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Produktion

Die gesamtwirtschaftliche Produktion in den Industrieländern wird nach Einschätzung der Institute auch 2001 mit 2,8 % deutlich zunehmen. In diesem Jahr wird von einem Anstieg von 3,8 % ausgegangen.

An dem Gemeinschaftsgutachten für die Bundesregierung sind das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin (DIW), das Hamburgische Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA), das ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München, das Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel (IfW), das Institut für Wirtschaftforschung Halle (IWH) sowie das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen beteiligt.

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