"Deutschland ist nur Mittelmaß"
Fleischvermarkter Moksel will ins Ausland

Der Fleischvermarkter Moksel hat angesichts sinkender Umsätze in Deutschland Appetit auf Wachstum im Ausland. "Deutschland ist beim Fleischverzehr in der Europäischen Union nur Mittelmaß, beim Rindfleisch sogar Schlusslicht", sagte Konzernchef Uwe Tillmann am Dienstag in München. Weltweit steige der Fleischverzehr jedoch weiter.

dpa MÜNCHEN. Im laufenden Jahr werde das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wegen des scharfen Wettbewerbs voraussichtlich auf dem Niveau des Vorjahres in Höhe von 18,1 Millionen Euro stagnieren. Beim Umsatz erwartet die A. Moksel AG (Buchloe) im Konzern gegenüber dem Vorjahreswert von knapp 1,9 Milliarden Euro einen leichten Rückgang.

Nach wie vor sucht das Unternehmen nach einem Investor für die Übernahme des Aktienpakets des Insolvenzverwalters der Gebr. März AG und Moksel-Aufsichtsratsvorsitzenden Werner Folger. Er verwaltet als Folge aus dem Insolvenzverfahren im Jahre 1996 ein Aktienpaket in Höhe von 49 Prozent. Die Chance, einen deutschen Investor zu finden, sind nach Einschätzung Tillmanns gering. "Wir sind der dickste Brocken auf dem deutschen Fleischmarkt".

Die Einbrüche durch die BSE-Krise hat Moksel inzwischen verdaut. "Das Thema BSE kocht nur noch auf schwacher Flamme", sagte Tillmann. Allerdings liege der Rindfleisch-Verzehr noch immer deutlich unter dem Niveau des Jahres 2000. Die Reaktion der Verbraucher auf die BSE- Fälle sei jedoch übertrieben gewesen. "In der Bundesrepublik reagieren die Verbraucher sehr sensibel, zum Teil hysterisch auf Medienberichte hinsichtlich Nahrungsmitteln."

Im vergangenen Jahr hatte Moksel die Durststrecke durch die BSE- Krise beendet und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sprunghaft von 1,3 Millionen Euro auf 18,1 Millionen Euro gesteigert. Allerdings hatten die Banken Moksel im vergangenen Jahr durch einen Forderungsverzicht unter die Arme gegriffen. Derzeit liegt die Verschuldung bei mehr als 400 Millionen Euro.

Wachstumschancen sieht Moksel in Zukunft bei vorverpacktem Fleisch. Gerade bei kleineren Haushalten sei küchenfertig vorbereitetes Fleisch sehr beliebt, sagte Tillmann. Derzeit wandere bereits jedes vierte Stück Fleisch vorverpackt in den Einkaufskorb. Bis zum Jahr 2010 werde dieser Anteil auf fast 50 Prozent steigen.

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