Deutschland muss Finanzüberwachung straffen – Zusammenarbeit mit dem BKA geplant
IWF verschärft weltweiten Kampf gegen die Geldwäsche

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine 183 Mitgliedstaaten aufgerufen, den Kampf gegen die Geldwäsche drastisch zu verschärfen. Bei seiner Tagung am Wochenende in Ottawa forderte der Geld- und Finanzausschuss des IWF, dass jedes Land im Rahmen seiner Gesetzgebung die Vermögen von Terroristen und ihrer Helfershelfer einfrieren solle. Die Namen der Terroristen sollten ebenso veröffentlicht werden wie die Summen der Guthaben eingefrorener Konten.

bac OTTAWA. Im Abschlusskommuniqué des IWF-Gremiums heißt es: "An alle Länder wird appelliert, Überwachungsorgane für Finanzfragen einzurichten. Diese sollen Berichte über verdächtige Geldströme anfertigen. Die Finanzquellen mutmaßlicher Terroristen sollen analysiert und kontrolliert werden." Die nationalen Überwachungsorgane sollen ihre Informationen austauschen und grenzüberschreitend zusammenarbeiten.

Bis zum 1. Februar 2002 hätten die IWF-Staaten Zeit, ihre Kontrollinstitutionen einzurichten, sagte der britische Schatzkanzler Gordon Brown, der den Geld- und Finanzausschuss des IWF leitet. Bei der nächsten IWF-Frühjahrstagung werde Zwischenbilanz gezogen. "Die Anschläge vom 11. September haben zu einer Stärkung der weltweiten Zusammenarbeit geführt", betonte Brown. Zuvor hatten auch die Finanzminister und Notenbankpräsidenten der G20-Staaten, eines informellen Gremiums der industrialisierten Länder und der Schwellenländer, der "terroristischen Geldwäsche" den Kampf angesagt.

Für Deutschland begrüßte Bundesbankchef Ernst Welteke die Gründung der neuen Finanzüberwachungsorgane als "großen Fortschritt". Fünf Jahre lang hätten die Bundesländer die Einrichtung derartiger Organisationen blockiert, betonte Welteke gegenüber dem Handelsblatt. Nun könne das Bundeskriminalamt die Weichen für die neuen Gremien stellen, in denen Außenwirtschaftsexperten und Strafermittler zusammenarbeiten sollen. Bislang seien in Deutschland 185 Konten mit einem Gesamtvolumen von 7,5 Mill. Euro eingefroren worden.

Anschläge haben globalen Abschwung verlängert

Die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft ist nach Angaben des IWF von "beträchtlicher Unsicherheit" geprägt. Die Anschläge vom 11. September hätten den globalen Abschwung verlängert. "Die entwickelten Volkswirtschaften haben nun eine Schlüsselrolle für eine frühe Erholung der Weltwirtschaft", unterstreicht das Abschlusskommuniqué. Nach Angaben des IWF seien die USA und die EU bereit, ihre Zinsen weiter zu senken. Für Europa forderte das IWF-Gremium "Reformen auf dem Arbeitsmarkt". In Japan seien "kraftvolle Einschnitte im Banken- und Unternehmenssektor" nötig. Die USA stünden bereit, "weitere wachstumsfördernde Maßnahmen einzuleiten, die mittelfristig mit einem stabilen Haushalt vereinbar seien".

Für Deutschland geht der IWF für das kommende Jahr nur noch von einem Wirtschaftswachstum von 0,8 % aus. Im Oktober hatte er 1,8 % prognostiziert. Nach den Worten von Finanzstaatssekretär Caio Koch-Weser will die Bundesregierung dennoch an ihrer optimistischeren Prognose von 1,25 % festhalten. "Im Winter ist die Talsohle erreicht", so Koch-Weser.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%