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Deutschland startet mit 1:1 gegen Niederlande in EM

Porto (dpa) - Für eine taktische und kämpferische Glanzleistung ist die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zum Auftakt der Europameisterschaft gegen den Erzrivalen Niederlande nur mit einem Remis belohnt worden.

Porto (dpa) - Für eine taktische und kämpferische Glanzleistung ist die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zum Auftakt der Europameisterschaft gegen den Erzrivalen Niederlande nur mit einem Remis belohnt worden.

Mit dem 1:1 (1:0) gegen die Oranjes setzte das Team von Rudi Völler in Porto zwar seine Serie fort, noch nie ein EM-Eröffnungsspiel verloren zu haben, gab aber durch eine Unachtsamkeit des gerade eingewechselten Bremers Fabian Ernst einen möglichen Sieg noch aus der Hand.

Vor 52 000 Zuschauern im ausverkauften Estadio Dragao erzielte Torsten Frings (31.) mit seinem vierten Länderspieltreffer die Führung für den in der ersten Halbzeit überlegenen Vize-Weltmeister. Doch nach der Pause wurde der Druck der Holländer immer größer, die neun Minuten vor dem Ende durch Ruud van Nistelrooy zum 1:1 kamen. Mit einem Sieg im zweiten Spiel in Porto gegen Lettland kann das deutsche Team dennoch bereits die Weichen fürs Weiterkommen stellen.

Die deutsche Mannschaft, die Rudi Völler nach tagelangem Versteckspiel in Sachen Taktik und Aufstellung erwartet defensiv aufgestellt hatte, imponierte zum Turnierstart mit einem Maß an Teamgeist, Disziplin und Leidenschaft, das ihr nur wenige zugetraut hatten. Während auf den Rängen des vollbesetzten Drachenstadions die Farbe orange dominierte, entwickelte sich das 36. Duell der Nachbarn und Erzrivalen auf dem Rasen ganz nach den Vorstellungen der Deutschen, deren Erfolgsserie bei EM-Eröffnungsspielen weiter Bestand hat.

Wie vom Trainer-Duo Völler und Michael Skibbe gefordert, kauften die Spieler dem Gegner mit energischen Aktionen den Schneid auf, verwickelten ihn immer wieder in Zweikämpfe und zwangen die Niederländer damit zu Fehlern. Ausdruck der Nervosität der Oranjes war das Foul von Philipp Cocu an Philipp Lahm an der Seitenlinie, das zum Führungstor durch Frings führte. Der Dortmunder zirkelte den Ball aus spitzem Winkel vorbei an Freund und Feind in die lange Torecke. Dabei machte vor allem Torhüter Edwin van der Sar eine unglückliche Figur.

Michael Ballack war in läuferischer und kämpferischer Hinsicht ein Vorbild. Der Münchner, der sich im Mittelfeld hitzige Duelle mit Edgar Davids bis zu dessen Auswechslung zur Pause lieferte, war praktisch an allen Offensivaktionen beteiligt. Eine erstaunlich selbstbewusste und abgeklärte Vorstellung boten auch die drei EM-Debütanten. Lahm degradierte Andy van der Meyde auf der linken Seite fast zum Statisten, ebenso sicher beherrschte sein Pendant Arne Friedrich 45 Minuten lang Boudewijn Zenden. In der Spitze sorgte der als einziger Stürmer aufgebotene Kevin Kuranyi immer wieder für Unruhe in der Abwehr der Niederländer, in der oft allein Jaap Stam die Übersicht behielt.

Die Abwehr vor Geburtstagskind Oliver Kahn, der 35 Jahre alt wurde, stand bis zur Schlussphase sicher. Danach musste der Münchner jedoch mehrere Kostproben seines Könnens abliefern. Die nach der Testspiel-Pleite gegen Ungarn vor neun Tagen arg gescholtene Abwehr bekam die gefürchteten Oranje-Spitzen immer besser in den Griff und auch im Spielaufbau allmählich Oberwasser.

Nach Flanke von Bernd Schneider bot sich Wörns (21.) die erste deutsche Torchance. Das harmlose Schüsschen des Dortmunders bereitete van der Sar indes keine Probleme. Dann musste der Keeper bei einem Distanzschuss von Kuranyi (23.) schon energischer zupacken, den folgenden Eckball köpfte Wörns daneben. Erst drei Minuten vor dem Seitenwechsel hatte das deutsche Team wieder einen bangen Moment zu überstehen, als sich Rafael van der Vaart im Strafraum energisch durchsetzte und knapp am Tor vorbeischoss.

Bondscoach Dick Advocaat reagierte zur Pause auf die matte Vorstellung seiner Elf und gab mit den Einwechslungen von Marc Overmars und Wesley Sneijder das Signal zum Angriff. Doch die Akzente in der Offensive setzte zunächst weiter die deutsche Elf. So auch in der 53. Minute, als Kuranyi haarscharf an einer Flanke von Schneider vorbeiflog. Mit zunehmender Spielzeit schwanden aber dennoch die Kräfte, die Holländer gewannen mehr und mehr die Oberhand. Mehr als Entlastungsangriffe brachte die Völler-Elf kaum noch zu Stande. Mit Bastian Schweinsteiger brachte der Teamchef aber noch einmal einen frischen Mann aufs Feld, der für einigen Wirbel sorgte.

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