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Deutschland stellt für Sudan-Einsatz 200 Soldaten

Deutschland stellt der Afrikanischen Union (AU) für ihre Überwachungsmission in der sudanesischen Krisenregion Darfur Transporthilfe mit bis zu 200 Soldaten zur Verfügung. Das beschloss der Bundestag am Freitag mit den Stimmen aller Fraktionen.

dpa BERLIN. Deutschland stellt der Afrikanischen Union (AU) für ihre Überwachungsmission in der sudanesischen Krisenregion Darfur Transporthilfe mit bis zu 200 Soldaten zur Verfügung. Das beschloss der Bundestag am Freitag mit den Stimmen aller Fraktionen.

Die Bundeswehr wird mit drei Transallmaschinen zunächst Soldaten aus Tansania nach Darfur fliegen. Verteidigungsstaatssekretär Walter Kolbow (SPD) betonte, es würden keine deutschen Soldaten im Sudan stationiert. Der Einsatz wurde auf sechs Monate begrenzt.

Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) sagte, Deutschland müsse helfen, "den Mördern das finstere Handwerk zu legen". Vergewaltigung von Mädchen und Frauen werde "als systematisches Mittel der perversen Kriegsführung eingesetzt". Eine sichere Rückkehr der Flüchtlinge sei ohne Militärschutz nicht möglich. "Wenn die Probleme in Afrika nicht gelöst werden können, fallen sie auf uns zurück." Die internationale Gemeinschaft dürfe dem "Völkermord in Zeitlupe" nicht zusehen.

In der Region Darfur, wo arabische Reitermilizen und schwarzafrikanische Rebellen miteinander kämpfen, sind seit 2003 rund 70 000 Menschen getötet und 1,8 Mill. vertrieben worden. Die AU ist allein nicht zum Transport ihrer Truppen fähig.

Die Bundesregierung hat bislang 32,5 Mill. Euro für humanitäre Hilfe für Darfur gezahlt. Die Kosten für den Bundeswehreinsatz wurden auf 6,75 Mill. Euro beziffert. 540 Abgeordnete stimmten für die Unterstützung der Überwachungsmission Amis (African Union Mission in Sudan), zehn dagegen, drei enthielten sich.

Die Union erklärte, ein Zerfall des Sudan bedeutete, dass das Gebiet zum Rückzugsraum für internationalen Terror würde. Es wäre aber besser gewesen, wenn sich die Europäische Union geschlossen für Darfur engagiert hätte.

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