Deutschland und Frankreich hatten Nato-Planungen blockiert
US-Beraterin Rice bezichtigt Deutschland der "Geiselnahme"

US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice hat Deutschland und Frankreich vorgeworfen, die Nato vor dem Irak-Krieg gewissermaßen als Geisel genommen zu haben, indem sie Maßnahmen zum Schutz der Türkei verzögerten.

Reuters MADRID. "Niemand sollte die Nato als Geisel nehmen", sagte Rice in einem Interview mehrerer spanischer Tageszeitungen, das am Mittwoch veröffentlicht wurde. "Es war sehr beunruhigend, dass Deutschland und Frankreich versuchten, die Nato daran zu hindern, die Sicherheit der Türkei zu verstärken", sagte Rice weiter. In diesem Prozess habe es viele Ungereimtheiten gegeben.

Vor dem Irak-Krieg hatten unter anderem Deutschland und Frankreich Nato-Planungen blockiert, Luftabwehrraketen und AWACS-Aufklärungsflugzeuge in die Türkei zu verlegen, um das Land in einem Irak-Krieg zu schützen. Deutschland und Frankreich hatten ihre Haltung damit begründet, einen Krieg nicht unabwendbar erscheinen zu lassen.

Rice betonte, Frankreich und Deutschland blieben weiterhin Verbündete der USA. Sie warf Frankreich jedoch vor, mehr Spaltungspolitik in Europa betrieben zu haben als die USA. "Es waren nicht wir, die kleineren Ländern mit Repressalien drohten oder versuchten, osteuropäischen Staaten den Mund zu verbieten", sagte Rice in Anspielung auf Frankreich.

Der französische Präsident Jacques Chirac hatte einige osteuropäische EU-Beitrittsländer für deren Unterstützung der US-Politik im Vorfeld des Irak-Kriegs getadelt. Damals hatte Chirac gesagt, die Länder hätten eine "großartige Gelegenheit verpasst, den Mund zu halten."

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