Deutschland unterliegt Spanien 1:3: Fehlstart für Völler-Truppe

Deutschland unterliegt Spanien 1:3
Fehlstart für Völler-Truppe

Fehlstart für die deutsche Nationalmannschaft ins Länderspiel-Jahr 2003: Das Team von Rudi Völler verlor am Mittwochabend in Palma de Mallorca das Testspiel gegen Spanien mit 1:3 (1:1) und wartet weiter auf den ersten Sieg gegen ein Top-Ten-Team der Fußball-Welt seit dem 1:0 in England vor zweieinhalb Jahren.

HB/dpa PALMA DE MALLORCA. Vor 20 000 Zuschauern im Stadion "San Moix" brachten ein umstrittener Foulelfmeter von Raul (76.) und das Tor von Guti (82.) gegen eine entblößte deutsche Abwehr den nur eine Halbzeit lang mithaltenden Vize-Weltmeister auf die Verliererstraße. Vor der Halbzeit hatte Fredi Bobic (38.) die Führung der Iberer durch Raul (31.) ausgeglichen.

Die von Rudi Völler zum Experimentierfeld erklärte Begegnung gegen den Weltranglisten-Dritten brachte dem Teamchef vor allem die Erkenntnis, dass Michael Ballack und Dietmar Hamann als Spielgestalter im Mittelfeld nur ungenügend zu ersetzen sind. Jens Jeremies und Carsten Ramelow, der kurzfristig für den an einer Grippe erkrankten Torsten Frings ins Team kam, waren nicht in der Lage, in die Rolle des fehlenden Kreativ-Duos zu schlüpfen. So präsentierten sich die Vize-Weltmeister 45 Tage vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Litauen in Nürnberg zwar kampf- und laufstark, aber in ihren spielerischen Mitteln limitiert.

Zum Dreh- und Angelpunkt des deutschen Spiels wurde Bernd Schneider. Der laufstarke Leverkusener bemühte sich immer wieder, den Angriff anzukurbeln, in dem Fredi Bobic wie schon bei seinem erfolgreichen Comeback gegen die Niederlande als Torschütze glänzte. Sonst gelang dem Hannoveraner aber ebenso wenig wie seinem Nebenmann Miroslav Klose. Für mehr Wirbel in vorderster Front sorgte Benjamin Lauth, der nach 59 Minuten für Bobic ins Spiel und gleich bei seiner ersten Aktion großes Selbstvertrauen bewies, als er es beim Dribbling im spanischen Strafraum gleich mit drei Gegenspielern aufnahm.

Die Bestnote in der eine halbe Stunde lang souverän agierenden Vierer-Abwehrkette verdiente sich Christian Wörns, der immer wieder Fehler seiner Nebenleute ausbügelte. Pech für den Dortmunder, dass seine Aktion gegen Raul zum Elfmeter führte. An seiner Seite machte auch Tobias Rau im Duell gegen Jungstar Joaquin keine schlechte Figur. Das Debüt des Wolfsburger war allerdings schon nach 51 Minuten wegen einer Sehnenreizung im Knie beendet. Der für ihn gekommene Frank Baumann musste nur elf Minuten später wegen des Verdachts auf Muskelfaserriss für den Debütanten Hanno Balitsch Platz und zwang Völler zu einer erneuten Umstellung der Abwehr. Nach Rau und Lauth feierte der Leverkusener als 19. Debütant unter Völler seinen Einstand im Nationaltrikot.

Das Länderspiel-Jahr begann durchaus verheißungsvoll für die deutsche Mannschaft, die als erste ihre Nervosität ablegte und mit schnellen Kombinationen den Weg zum spanischen Tor suchte. In der 8. Minute scheiterte Klose nach Kopfball-Zuspiel von Ramelow aus nächster Nähe an Iker Casillas, der den Ball zur Ecke lenkte. Allerdings wurde schon früh deutlich, dass das Völler-Team bei zunehmendem Druck der Spanier seine Souveränität verlor und nur noch selten Entlastungsangriffe starten konnten.

Beim Führungstor durch Raul, der mit seinem 30. Länderspiel-Tor zum spanischen Rekord-Schützen aufstieg, passte der Deckungsverbund in Person von Christoph Metzelder erstmals nicht auf. Der Dortmunder hatte sich bei Barajas Abspiel verschätzt. Drei Minuten später wurde Oliver Kahn richtig laut mit seinen Vorderleuten, als Diego Tristan plötzlich freie Bahn zum deutschen Tor hatte und erst im letzten Moment vom aufmerksamen Wörns abgeblockt wurde. Vor allem Ramelow war immer wieder Ausgangspunkt kritischer Situationen.

Wie ein Blitz aus heiterem Himmel fiel der Ausgleich, an dem die beiden bis dahin besten Akteure beteiligt waren. Einen Eckball von Schneider köpfte Wörns in Richtung Tor, wo Bobic den Ball mit dem Oberschenkel zu seinem vierten Länderspiel-Tor über die Linie bugsierte. "Bis auf die drei, vier Minuten rund um das Gegentor hat unsere Mannschaft gut gespielt", zeigte sich Bundestrainer Michael Skibbe zur Halbzeit zufrieden.

Zwei Chancen von Raul (50./58.) leiteten die zweite Halbzeit ein, in der die deutsche Mannschaft durch die Umstellungen etwas aus dem Rhythmus kam. Nachdem Kahn einen Schuss von Tristan (73.) glänzend pariert hatte, sorgte ein umstrittener Pfiff des englischen Schiedsrichters Riley für die Entscheidung: Nach einer Hakelei von Wörns gegen Raul verwandelte der Gefoulte den Strafstoß selbst zum 2:1 und stellte damit die Weichen auf Sieg.

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