Deutschland wächst am langsamsten
EU senkt Wachstumsprognose für Euroland deutlich

Die Europäische Kommission hat wegen der lahmenden Konjunktur in den USA und Japan ihre Wachstumsprognose für die Euro-Zone und deren größte Volkswirtschaft Deutschland deutlich nach unten korrigiert. In ihrer am Mittwoch in Brüssel vorgelegten Frühjahrs-Konjunkturprognose geht die EU-Kommission für die zwölf Euro-Länder von einem durchschnittlichen Wachstum von 2,8 Prozent in diesem und 2,9 Prozent im kommenden Jahr aus.

Reuters BRÜSSEL. Im vergangenen Herbst hatte sie für 2001 noch ein Wachstum in der Euro-Zone von 3,2 Prozent vorausgesagt. Mit einem Wachstum von 2,2 (Herbst: 2,8) Prozent werde Deutschland 2001 das langsamste Wachstum in der Euro-Zone aufweisen. Im kommenden Jahr wird die deutsche Wirtschaft der Prognose zufolge um 2,6 Prozent zulegen. Die Inflation werde nach 2,2 Prozent 2001 im kommenden Jahr voraussichtlich mit 1,8 Prozent "unter das Preisstabilitätsziel der EZB absinken".

Die seit langem erwartete weiche Landung der US-Wirtschaft werde weniger sanft ausfallen als angenommen, erklärte die EU- Kommission weiter. Im laufenden Jahr werde die US-Wirtschaft nach den Erwartungen der EU-Kommission nur noch um 1,6 Prozent wachsen, während die Behörde noch im Herbst mit 3,3 Prozent gerechnet hatte. "Der Wachstumsmotor der US-Wirtschaft stottert." Die japanische Wirtschaft sei zudem zu "einem entscheidenden Aufschwung nach wie vor nicht in der Lage". Zudem sei nicht auszuschließen, dass es in den USA einen "Anpassungsprozess mit starken Wechselkursausschlägen und weiteren Turbulenzen auf den Aktienmärkten kommt". Das schwindende Vertrauen könne möglicherweise "nicht nur eine begrenzte Wachstumspause in der EU auslösen", heißt es in dem Bericht.

Die EU-Wirtschaft werde sich auch der derzeitigen US-Entwicklung nicht ganz entziehen können. Dies dürfte sich vor allem im ersten Halbjahr 2001 bemerkbar machen, teilte die EU-Kommission mit. Danach sei aber mit einer Beschleunigung zu rechnen, die 2002 zu einem Wachstum von 2,9 Prozent führen könne.

Für die Arbeitslosenzahlen rechnet die EU-Kommission im laufenden Jahr mit einer Quote von 8,5 Prozent im Euro-Gebiet, die 2002 auf 7,9 Prozent sinken werde. In Deutschland werde die Arbeitslosenquote von 7,8 Prozent im Jahr 2001 auf 7,1 Prozent im kommenden Jahr sinken. Das Haushaltsdefizit in der Euro-Zone werde im laufenden Jahr bei 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und 2002 bei 0,4 Prozent des BIP liegen. In Deutschland werde das Defizit in diesem Jahr 1,7 Prozent des BIP und 2002 1,2 Prozent betragen.

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