Deutschland wichtigster Handelspartner der Mitteleuropäer
Neue Mitglieder geben dem Außenhandel Schub

In der Debatte über die EU-Erweiterung geht es fast immer um Exporte in Richtung Osten: von Arbeitsplätzen und Waren. Doch die Integration funktioniert auch in der Gegenrichtung. Die Beitrittsländer liefern bereits jetzt eine breite Produktpalette auf den europäischen Markt, von Autos und Autoteilen bis hin zu Leuchtreklamen, Stahlkonstruktionen, Steuerungssystemen und Rufanlagen für Krankenhäuser.

DÜSSELDORF. Allein aus Polen, der Slowakei, Tschechien und Ungarn meldete die Internetseite der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai) im März 100 Neueintragungen an Geschäftswünschen aus der Region.

Zwar sind Ost- und Westeuropa längst eng verwoben, doch halten Forschungsinstitute wie das Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) auch im kommenden Jahrzehnt jährliche Wachstumsraten von rund 6 % im Handel zwischen der derzeitigen EU und den zehn Neumitgliedern für realistisch. Deutschland hat dabei ein besonderes Gewicht: Knapp ein Zehntel aller deutschen Ausfuhren geht in die Beitrittsländer, noch etwas mehr wird von dort eingeführt.

Aber nicht nur Deutschlands Größe ist attraktiv. Hinzu kommen die Nähe, geringe Sprachbarrieren - Deutschkenntnisse sind häufig vorhanden - und kulturelle Gemeinsamkeiten. Außerdem sind die Lohnkosten in Osteuropa bis zu 80 % niedriger. Deshalb sind die Lieferungen nach Deutschland schon in den vergangenen Jahren stark gestiegen - unterstützt durch die Liberalisierung des Außenhandels und die Ansiedlung von Produktionsstätten auch deutscher Unternehmen.

Ökonomen sind sich einig, dass diese Investitionen den Handel mit Osteuropa maßgeblich beflügelt haben. "Die ausländischen Direktinvestitionen prägen die Exportstruktur der osteuropäischen Länder", betont Udo Ludwig, Konjunkturexperte des IWH. Da die osteuropäischen Unternehmen in Teilbereichen wie Softwareentwicklung zudem auf gut qualifizierte Mitarbeiter aus der Ostblockzeit zurückgreifen können, muss sich die deutsche Wirtschaft auch bei höherwertigen technologischen Gütern und Diensten auf schärferen Wettbewerb aus dem Osten einstellen. Die osteuropäische Wirtschaft holt auf - auch bei der Qualität.

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