Deutschlands Achtelfinalgegner steht fest
Paraguay im Höhenrausch

Mit einer grandiosen Leistung hat Paraguay den Einzug ins Achtelfinale erkämpft. Nach einem 0:1-Rückstand kurz vor der Pause durch den Slowenen Acimovic nahmen die schon abgeschriebenen "Guaranis" das Heft in die Hand und den Südafrikanern die Butter vom Brot.

dpa SEOGWIPO. Paraguay hat am Mittwoch in Seogwipo/Südkorea mit einem schwer erkämpften 3:1 (0:1)-Sieg über Slowenien des Achtelfinale bei der 17. Fußball-Weltmeisterschaft in Südkorea und Japan erreicht. Vor den Augen von DFB-Teamchef Rudi Völler erzielten die eingewechselten Nelson Cuevas (66., 84.) und Jorge Campos (74.) die Tore für die Südafrikaner, die als Zweiter der Gruppe B in Runde zwei am Samstag nunmehr auf die deutsche Nationalmannschaft treffen. Milenko Acimovic (45.) hatte die Slowenen, die bereits zuvor ausgeschieden waren, mit dem 100. Tor der laufenden WM vor 32 000 Zuschauer im nicht ausverkauften "Jeju World Cup Stadium" in Führung gebracht.

Paraguays Mittelfeldspieler Carlos Paredes sah in der am Ende dramatischen Partie, in der ein massives Polizeiaufgebot auf den Rängen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Anhängern schlichten musste, in der 22. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Gelb/Rote Karte. Nastja Ceh (Slowenien) erhielt neun Minuten vor dem Abpfiff ebenfalls wegen groben Foulspiels die Rote Karte.

Die Südamerikaner verdankten ihre Weiterkommen einer enormen kämpferischen Steigerung in der Schlussphase, nachdem sie zuvor schon wie sichere Verlierer ausgesehen hatten. Mit dem frühen Platzverweis für Paredes waren die Hoffnungen auf ein Weiterkommen schon arg dezimiert. Den endgültigen psychischen Knacks schien Paraguay kurz vor dem Wechsel ausgerechnet ihr Kapitän versetzt zu haben. Torhüter Jose Luis Chilavert sah beim Führungstor der Slowenen äußerst schlecht aus. Acimovic umkurvte im Strafraum gleich mehrere Gegner, ehe er Chliavert mit einem Beinschuss "vernaschte".

Der Mittelfeldstar vom vielfachen jugoslawischen Meister Roter Stern Belgrad hatte seine Elf nur drei Minuten zuvor aus der über weite Strecken der ersten Halbzeit anhaltenden Lethargie gerissen, als er den in dieser Situation noch glänzend reagierenden Chilavert mit einem platzierten Schuss scheiterte.

Chancen dieser Güte hatten die mit fünf Abwehrspielern erneut sehr kompakt eingestellten Paraguayer zuvor nicht zu bieten. Die besten Möglichkeiten vergab noch Jose Cardozo. Der 30-jährige Angreifer vom mexikanischen Erstligisten Deportivo Toluca setzte schon nach neun Minuten einen Kopfball neben den linken Pfosten slowenischen Gehäuses und scheiterte nach exakt einer halben Stunde an Torhüter Mladen Dabanovic, der erstmals im slowenischen Gehäuse stand. Damit hatte sich Paraguays Angriffsherrlichkeit vor dem Wechsel aber schon erschöpft.

Dafür versuchten die Slowenen, bei denen Cheftrainer Srecko Katanec sein Abschiedsspiel nach einer FIFA-Bestrafung von der Tribüne aus verfolgen musste, gleich nach dem Wiederanpfiff scharf nachzulegen. Aber Chilavert zeigte sich bei sehenswerten Schüssen von Mladen Rudonja (50.) und Milan Osterc (53.) und hatte bei einem Lattentreffer des agilen Acimovic (52.) das Glück auf seiner Seite.

Die mangelhafte Chancenverwertung rächte sich. Nur drei Minuten nach seiner Einwechslung schloss Cuevas eine sehenswerte Einzelaktion zum zu diesem Zeitpunkt überraschenden Ausgleich ab. Der ebenfalls erst spät ins Spiel gekommene Campos überwand Dabanovic mit einem Distanzschuss und nährte so die Hoffnungen auf Runde zwei, die dann mit dem zweiten Tor von Cuevas Realität wurde.

Statistik zum Spiel:

Slowenien: Dabanovic - Milinovic, Bulajic - Novak, Ales Ceh, Pavlin (40. Rudonja), Acimovic (63. Nastja Ceh), Karic, Tavcar - Osterc (77. Tiganj), Cimirotic

Paraguay: Chilavert - Arce, Gamarra, Ayala, Caceres, Caniza - Paredes, Acuna, Guido Alvarenga (54. Campos) - Santa Cruz, Cardozo (61. Cuevas/90. Franco)

Schiedsrichter: Ramos Rizo (Mexiko)

Zuschauer: 32 000

Tore: 1:0 Acimovic (45.), 1:1 Cuevas (66.), 1:2 Campos (74.), 1:3 Cuevas (84.)

Gelbe Karten: Pavlin, Tavcar, Rudonja, Karic, Milinovic / -

Gelb-Rote Karten: Paredes (22.)

Rote Karten: Nastja Ceh (81./grobes Foulspiel)

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