Deutschlands größte Brauerei entsteht
Brau und Brunnen vor Fusion

dpa DORTMUND. Jahrelang ging die Dortmunder Brau und Brunnen AG auf Einkaufstour. Doch der Konzern verhob sich dabei. Jetzt wird Brau und Brunnen selbst geschluckt und mit der Bayerischen BrauHolding verschmolzen. Der neue Konzernherr, die Münchener Schörghuber-Gruppe, steigt damit zur größten deutschen Brauereigruppe auf.

Mit dem Firmenmotto kaufen, kaufen und nochmals kaufen geriet Brau und Brunnen in der Ära des Vorstandschefs Friedrich Ebeling (November 1986 bis Februar 1997) tief in rote Zahlen. Die Aktionäre werden auf der Hauptversammlung am 13. Juli zum fünften Male in Folge keine Dividende beschließen können.

Immer wieder hatte der jetzige Vorstandschef Rainer Verstynen den Anteilseignern eine Dividende in Aussicht gestellt und die Hoffnung geäußert, das Ruder herumreißen zu können. Doch ebenso regelmäßig wurden die Hoffnungen enttäuscht. 1999 machte ihm ein Fehlbetrag von 86,8 Mill. DM nach Abschreibungen auf Ostimmobilien erneut einen Strich durch die Rechnung.

Bei der Bilanzvorlage im Juni hatte Verstynen erstmals bestätigt, dass an den beharrlichen Fusionsgerüchten etwas dran war. Jetzt herrscht Gewissheit: Der Zusammenschluss kommt, die fusionierte Braugruppe wird von Bayern aus geführt werden. Und Verstynen muss sich einen neuen Job suchen.

Der Konzern sprach im Juni von der teuren "Altlast Ebeling". "Durch einen Zukauf vieler Marken wurde die Verschuldung des Konzerns in schwindelerregende Höhen getrieben", sagt ein Sprecher. Mit dem Verkauf von Immobilien und Brauereien wurden die Schulden von einer Milliarde auf 304 Mill. DM abgebaut. Der Hauptversammlung liegt der Antrag vor, Ebeling für sein umstrittenes Vorgehen bei Immobilienprojekten in Berlin zum Schluss seiner Amtszeit 1995 bis 1997 nicht zu entlasten.

Die Bayern sind vor allem an der einst von Brau und Brunnen gekauften Marke Jever interessiert. Abgesehen von dem norddeutschen Pils ist der Bierbereich jedoch "das Sorgenkind" der Dortmunder. Zwar laufen auch die Marken Sion Kölsch und Sternburg gut. Probleme gebe es aber bei Schultheiss, Schlösser Alt und den Dortmunder Bieren. Der Bereich Alkoholfreie Getränke mit Marken wie Apollinaris, Schweppes und Vita Cola laufe gut, heißt es.

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