Archiv
Devisen: Anschläge im Irak und der Türkei treiben Euro über 1,20-Dollar-Marke

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Montag wegeneines Attentats im Irak und Anschlägen in der Türkei über die Marke von 1,20US-Dollar geklettert. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am Nachmittag1,2011 Dollar. In der Spitze war der Euro bis auf 1,2061 Dollar gestiegen. Dassind gut 1,5 US-Cent mehr als am Freitag. Die Europäische Zentralbank (EZB)setzte den Referenzkurs am Mittag auf 1,2023 (Freitag: 1,1802) Dollar fest. DerDollar kostete damit 0,8317 (0,8473) Euro.

"Die wachsenden Spannungen im Irak haben den Fokus am Devisenmarkt wiederauf die Terrorgefahren gelenkt", sagte Devisenexperte Carsten Fritsch von derCommerzbank. "Das Gemisch an Neuigkeiten ist Gift für den Dollar." Am Montagwurde der Präsident des provisorischen irakischen Regierungsrats, IsseddinSalim, in Bagdad bei einem Attentat getötet. Diese Nachricht habe eine Flucht inSicherheit ausgelöst. Davon habe neben dem Euro auch der Schweizer Frankenprofitiert, sagte Fritsch. Wenige Stunden vor einem Besuch des britischenRegierungschefs Toni Blair in der Türkei sind in der Nacht zum Montag vor dreiFilialen der britischen HSBC-Bank in Ankara und Istanbul Bomben explodiert.Dabei gingen Scheiben der Filialen zu Bruch.

Die Konjunkturdaten aus der Eurozone und den USA seien angesichts dergeopolitischen Unsicherheit unterdessen in den Hintergrund getreten. DieZusammensetzung der Nettokapitalzuflüsse in die USA im März habe diestrukturelle Schwäche der US-Wirtschaft allerdings erneut offen gelegt. So seidie Nachfrage der privaten Haushalte nach US-Investments angesichts der Abflüsseam Aktienmarkt nach wie vor gering. Der hohe Kapitalzufluss gehe aufAnleihenkäufe der Notenbanken zurück. Diese Dollar-Stützungskäufe seien injüngster Zeit aber ausgeblieben.

Angesichts dieses Umfeldes rechnet Fritsch mit einem weiteren Kursanstiegdes Euro. "1,22 Dollar je Euro sind noch in der laufenden Woche in Reichweite",sagte der Experte. Die Aussichten für den Dollar seien angesichts der bereitskräftig gestiegenen Zinserhöhungserwartungen in den USA getrübt. Weitere Impulseseien angesichts der bereits für Juni erwarteten Zinswende in den USA kaum nochauszumachen. Am Markt wird in den USA bis zum Jahresende eine Leitzinserhöhungum 1 Prozentpunkt auf dann 2 Prozent erwartet.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einenEuro auf 0,6796 (0,6739) britische Pfund , 136,68 (135,52) japanischeYen und 1,5360 (1,5400) Schweizer Franken fest. DieFeinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 382,95 (376,50)Dollar notiert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%