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Devisen: Anschwellender Kapitalzufluss in die USA bremst Euro-Höhenflug

Anschwellende Kapitalzuflüsse in die USA haben einen neuerlichen Sprung des Eurokurses über die Marke von 1,30 Dollar vereitelt.

dpa-afx FRANKFURT. Anschwellende Kapitalzuflüsse in die USA haben einen neuerlichen Sprung des Eurokurses über die Marke von 1,30 Dollar vereitelt. In der Spitze näherte sich die Gemeinschaftswährung mit 1,2 994 Dollar bis auf einen Hauch der erst am vergangenen Mittwoch erreichten alten Rekordmarke von 1,3 005 Dollar. Bis zum Nachmittag gab der Eurokurs allerdings auf 1,2 959 Dollar nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,2 971 (Montag: 1,2 955) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7 710 (0,7 719) Euro.

"Die Finanzdecke der größten Volkswirtschaft der Welt bleibt auf Kante genäht", sagte Devisenexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank. Die Fehlbeträge in Staatshaushalt und Leistungsbilanz dürften angesichts der boomenden Wirtschaft und der ungezügelten Ausgabenpolitik der Regierung künftig eher noch größer ausfallen. "Die Kapitalzuflüsse dürften mittelfristig mit diesem rapide wachsenden Bedarf nicht Schritt halten", sagte Fritsch.

Die USA benötigen nach Einschätzung von Fritsch zur Finanzierung des Handelsbilanzdefizits und anderer Abflüsse jeden Monat frisches Kapital in Höhe von rund 60 Mrd. Dollar. Im September sei diese Marke mit 63,4 Mrd. Dollar nur leicht übertroffen worden. Für den höheren Nettozufluss sorgten ausländische Privatanleger. Der Markt habe etwas enttäuscht auf den überraschend hohen Kapitalzustrom reagiert, sagte Fritsch. In den vergangenen Tagen hatte die Sorge um einen Rückgang des Nettokapitalzuflusses den Dollar massiv unter Druck gesetzt.

Das gewohnte Muster am Devisenmarkt setzte sich nach Einschätzung von Fritsch aber weiter fort: "Bereits leichte Kursrückgänge werden als Einstiegsgelegenheit genutzt." Deshalb sei es nur eine Frage der Zeit, wann der Euro seinen Weg über die Marke von 1,30 Dollar fortsetze. Das Treffen der 20 wichtigsten Industriestaaten (G20) in Berlin am Wochenende und das Treffen von US-Notenbankpräsident Alan Greenspan und EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Freitag könnten neue Anlässe liefern.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6 996 (0,6 989) britische Pfund , 136,64 (136,48) japanische Yen und 1,5 238 (1,5 241) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 439,40 (437,60) Dollar gefixt.

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