Devisen-Ausblick
Analysten sehen Euro weiter im Aufschwung

Der Euro dürfte sich laut Devisenanalysten in der kommenden Woche wieder von seinen vorübergehenden Einbußen nach der ausgebliebenen Leitzinssenkung erholen. Die Gemeinschaftswährung sei durch die Enttäuschung der Märkte über die Zinszurückhaltung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Mittwoch erheblich unter Druck geraten, erläutert Analyst Ulrich Wortberg von der DG Bank. Die schwachen US-Konjunkturdaten vom Donnerstag hatten die Währung aber bereits zum Wochenausklang wieder beflügelt und über die Marke von 0,89 $ steigen lassen.

vwd FRANKFURT. Wortberg und sein Kollege Jesper Dannesboe von Dresdner Kleinwort Wasserstein erwarten, dass die Gemeinschaftswährung in der kommenden Woche weitere Kursaufschläge verbuchen kann und dabei von einem schwachen Yen begünstigt wird. Bei dem durch die Osterfeiertage ausgedünnten Markt sieht Wortberg zusätzlich die Gefahr, dass Überraschungen bei den anstehenden US-Konjunkturdaten zu erhöhter Volatilität führen können. Außerdem dürfte die am Dienstag anstehende US-Industrieproduktion für März, bei der ein Stillstand des Produktionsrückgangs erwartet wird, den Euro belasten. Insgesamt sei der Aufwärtstrend aber intakt. Seine Handelspanne lautet auf 0,8700 bis 0,9000 $.

Auch Devisenexperte Christoph Müller von der GZ-Bank ist optimistisch, dass der Euro zu einer Erholung ansetzen wird. Die Gemeinschaftswährung sei durch die Enttäuschung über die ausbleibende Zinssenkung sowie die steigenden Ölpreise nur vorübergehend gedrückt worden und dabei auch nicht unter die wichtige Marke von 0,88 $ gefallen, sagt er. Mittelfristig rechnet er mit einem Anstieg des Euro bis auf 0,91 $, der durch weiterhin schwächere US-Konjunkturdaten begünstigt werde. Müller ist zudem davon überzeugt, dass der Euro - gestützt durch eine stärkere Binnenkonjunktur im Euroraum - zur Jahreswende zum US-Dollar die Parität testen wird.

Yen weiter unter Druck

Den Yen sieht Wortberg in den kommenden Tagen wieder unter Druck. Grund dafür seien Erwartungen von Marktteilnehmern, dass westliche Industriestaaten und insbesondere die USA nach der aktuellen Abkühlung schnell wieder zu ihrer alten Stärke zurückfinden werden, während Japans Wachstumspotenzial langfristig begrenzt sein dürfte. Allein der Einbruch der japanischen Großhandelspreise im März habe gezeigt, dass das Land immer tiefer in eine Deflationsspirale gerate, aus der es trotz der Nullzinspolitik nicht herauszukommen scheint.

Von fundamentaler Seite stünden in den nächsten Tagen kaum marktbewegende japanische Daten an, erläutert Wortberg weiter. In ihrem für Montag angekündigten Monatsbericht dürfte die japanische Notenbank ein skeptisches Konjunkturszenario entwerfen. Als Range für den US-Dollar-Yen-Handel nennt er 121,40 bis 126,85 JPY.

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