Devisen
Dollar steigt kräftig nach starken US-Daten

Zum Yen stieg die US-Devise auf ein Zwei-Monats-Hoch.

Reuters NEW YORK. Nach Bekanntgabe des unerwartet starken Wirtschaftswachstums in den USA im zweiten Quartal ist der Dollar in New York am Freitag kräftig zu Euro und Yen gestiegen. Händlern zufolge waren erneut aufkommende Zinsspekulationen in den USA der Grund. Der Euro markierte bei 0,9223 $ ein neues vorläufiges Tagestief. Kurz vor Veröffentlichung der Daten stand der Euro noch bei 0,9270 $. Zum Yen stieg die US-Devise auf ein Zwei-Monats-Hoch von 109,63 Yen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist in den USA im zweiten Quartal real um 5,2 % nach 4,8 % (revidiert von ursprünglich 5,5 %) im ersten Quartal.

Die Daten waren damit drastisch stärker als erwartet ausgefallen. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums auf plus 3,8 % gerechnet. Analysten zeigten sich denn auch überrascht. Die Daten zeigten, dass die US-Wirtschaft nicht langsamer wachse, wie in den vergangenen Wochen angenommen worden war. "Das ist nicht der deutliche Rückgang, den die Fed bräuchte", sagte Charles Liebermann, Chef-Volkswirt von First Institutional Securities, mit Blick auf die Konsequenzen für die Zinspolitik. "Eine Straffung steht damit im August wieder auf der Tagesordnung", fügte er hinzu.

Der Euro verlor mit dem Kursrückgang gegenüber dem höchsten Stand in dieser Woche bei 0,9450 $ mehr als zwei Prozent an Wert. Die Gemeinschaftswährung war am Freitagmorgen bereits wegen des am Vortag veröffentlichten unerwartet starken Auftragseingangs für langlebige Güter in den USA unter Druck geraten. An den Devisenmärkten hatte dies bereits die seit Greenspans Rede vergangene Woche herrschende Sicherheit erschüttert, dass die US-Leitzinsen stabil bleiben.

Ein Händler in Frankfurt vermutet, dass der Euro nun mit dem Bruch der Unterstützungslinie bei 0,9270 $ technisch bedingt noch weiter fällt. Gegen 15.30 Uhr zeigte sich die Gemeinschaftswährung wieder etwas erholt bei 0,9237/41 $. Zum Yen verharrte der Greenback knapp unter seinem Zwei-Monats-Hoch mit Kursen um 109,44/53 Yen. Da der Yen in den letzten Wochen ohnehin schon geschwächt war wegen der pessimistischen Einschätzung über Japans Wirtschaftsentwicklung, kommt jetzt Händlern zufolge die Marke von 110 Yen wieder in Sicht.

Die Europäische Zentralbank (EZB) stellte den Referenzkurs des Euro am Freitag mit 0,9276 (0,9389) $ und 101,29 (102,26) Yen fest.

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