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Devisen: Euro eilt nach Enttäuschung über Arbeitsmarkt von Rekord zu Rekord

Ein enttäuschender US-Arbeitsmarktbericht hat am Freitagabend einen regelrechten Dollarverfall ausgelöst. Der Kurs des Euro eilte am Abend von Rekord zu Rekord und sprang erstmals seit seiner Einführung an den Finanzmärkten vor knapp sechs Jahren über 1,34 Dollar.

dpa-afx FRANKFURT. Ein enttäuschender US-Arbeitsmarktbericht hat am Freitagabend einen regelrechten Dollarverfall ausgelöst. Der Kurs des Euro eilte am Abend von Rekord zu Rekord und sprang erstmals seit seiner Einführung an den Finanzmärkten vor knapp sechs Jahren über 1,34 Dollar. Im Tagesverlauf legte der Euro um knapp zwei US-Cent zu. Auch gegenüber dem Yen gab der Dollar kräftig nach.

In der Spitze kletterte der Euro am späten Abend bis auf 1,3 457 Dollar und übertraf damit im Tagesvergleich die erst am Donnerstag erreichte alte Rekordmarke von 1,3 383 Dollar deutlich. Der Stellenzuwachs war in den USA im November deutlich hinter den Erwartungen der Märkte zurück geblieben.

Zuletzt kostete der Euro 1,3 446 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag noch auf 1,3 300 (1,3 314) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7 519 (0,7 511) Euro. In der laufenden Woche hat der Euro damit an vier von fünf Handelstagen neue Höchstmarken erreicht.

Enttäuschung Über Geringen Stellenzuwachs IN DEN USA

Zu den Arbeitsmarktdaten aus den USA sagte Devisenstrategin Kathy Lien von Forex Capital Markets: "Das war der geringste Stellenzuwachs in den USA seit vier Monaten." Vor dem Hintergrund der robusten Entwicklung im Vormonat sei die Enttäuschung nun besonders groß.

Auch für Devisenexperte Rainer Sartoris vom Bankhaus Hsbc Trinkaus & Burkhardt ist die Enttäuschung über den geringen Stellenzuwachs die Hauptursache der Dollar-Talfahrt. Zunächst hatte der Euro den alten Rekord aber nicht in einem glatten Sprung, sondern nur schrittweise überwunden. Umso stärker schlug am Abend das Pendel zu Gunsten des Euro aus.

Unterdessen ist die US-Regierung nach Informationen der "Börsen-Zeitung" (Samstagausgabe) offenbar bereit, einen weiteren deutlichen Kursverfall der eigenen Währung in Kauf zu nehmen. Die Tageszeitung beruft sich auf einen hochrangigen Mitarbeiter des US-Finanzministeriums, der namentlich nicht genannt werden will. Man werde frühestens dann an Stützungskäufe denken, wenn der Euro "die Marke von 1,45 Dollar überschritten hat".

US-Finanzminister John Snow habe die langfristigen Gefahren der Defizite im Haushalt und Außenhandel der USA für die Konjunktur erkannt, schreibt das Blatt. Er akzeptiere, dass Wechselkurskorrekturen zu den "effektivsten Instrumenten" zählten, wenigstens das Leistungsbilanzdefizit langsam abzubauen. In den USA ist es Sache des Finanzministeriums, über mögliche Interventionen an den Devisenmärkten zu entscheiden. Die Notenbank nimmt von Äußerungen zu den Wechselkursen grundsätzlich Abstand.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6 901 (0,6 891) britische Pfund , 137,05 (136,78) japanische Yen und 1,5 273 (1,5 268) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 448,65 (454,20) Dollar gefixt.

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