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Devisen: Euro fällt unter 1,32 Dollar - Experten sehen keine Intervention

Belastet von Gewinnmitnahmen hat der Eurokurs am Mittwoch deutlich nachgegeben und ist zeitweise unter die Marke von 1,32 Dollar gerutscht. Die Gemeinschaftswährung fiel am Nachmittag bis auf 1,3 194 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Ende November.

dpa-afx FRANKFURT. Belastet von Gewinnmitnahmen hat der Eurokurs am Mittwoch deutlich nachgegeben und ist zeitweise unter die Marke von 1,32 Dollar gerutscht. Die Gemeinschaftswährung fiel am Nachmittag bis auf 1,3 194 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Ende November. Am Vortag hatte der Euro mit 1,3 469 Dollar noch ein neues Rekordhoch erreicht.

Devisenexperten sehen in dem deutlichen Kursrückgang kein Anzeichen für eine Intervention von Notenbanken. "Der Preisrutsch zog sich über mehrere Minuten hin. Das ist untypisch für eine Intervention, bei der es in wenigen Sekunden steil bergab geht", sagte Volkswirt Michael Schubert von der Commerzbank.

Keine Einbahnstrasse

Schubert macht ebenso wie Analyst Rainer Sartoris von Hsbc Trinkaus & Burkhardt Gewinnmitnahmen für die Schwankungen verantwortlich. "Der Devisenmarkt ist keine Einbahnstraße. Nach der zuletzt deutlichen Euro-Aufwertung musste mit Korrekturen gerechnet werden", sagte Sartoris. Da in den vergangenen Tagen mehrfach die Marke von 1,35 Dollar verfehlt worden sei, hätten Anleger Kasse gemacht und Gewinne eingestrichen. Die Dynamik des Aufwärtstrends habe nachgelassen, die Euro-Nachfrage sei gesunken. Sartoris hält kurzfristig eine Kurskorrektur bis unter die Marke von 1,30 Dollar für möglich. Langfristig bleibe der Dollar aber unter Druck.

Seit Oktober ist der Eurokurs kontinuierlich gestiegen und verteuerte sich um rund zehn Cent. Als Ursache gilt das riesige Doppeldefizit der USA in Staatshaushalt und Leistungsbilanz. Zweifel an dessen Finanzierbarkeit hatten den Dollar massiv unter Druck gesetzt.

'Unwillkommen'

Da der hohe Eurokurs die Exportwirtschaft in den Euroländern belastet, hatten Spekulationen um eine Intervention der Europäischen Zentralbank (EZB) und asiatischer Notenbanken zuletzt zugenommen. Bundesbankpräsident Axel Weber und andere EZB-Ratsmitglieder bezeichneten die Wechselkursschwankungen wiederholt als "unwillkommen". "Interventionen sind ein Mittel, das Zentralbanken jederzeit zur Verfügung steht", sagte Weber am Dienstag.

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