Archiv
Devisen: Euro fällt unter 1,32 Dollar - Experten sehen keine Intervention

Der Eurokurs hat am Mittwoch belastet von Gewinnmitnahmen deutlich nachgegeben und ist zeitweise unter die Marke von 1,32 Dollar gerutscht. Die Gemeinschaftswährung fiel am Nachmittag bis auf 1,3 194 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Ende November.

dpa-afx FRANKFURT. Der Eurokurs hat am Mittwoch belastet von Gewinnmitnahmen deutlich nachgegeben und ist zeitweise unter die Marke von 1,32 Dollar gerutscht. Die Gemeinschaftswährung fiel am Nachmittag bis auf 1,3 194 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Ende November. Am Vortag hatte der Euro mit 1,3 469 Dollar noch ein neues Rekordhoch erreicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3 300 (1,3 456) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7 519 (0,7 432) Euro.

Eine Konsolidierung beim Eurokurs war nach den zuletzt deutlichen Kursverlusten laut Christian Pohl, Experte beim Devisenbroker Fxdirekt überfällig. Beunruhigend sei jedoch die extreme Bewegung. Der beschleunigte Kursrückgang am Nachmittag sei allerdings auf charttechnische Gründe zurückzuführen. Nachdem der wichtige Markt von 1,3 280 Dollar unterschritten worden war, seien automatische Verkäufe ausgelöst worden. "Es ist jetzt wahrscheinlich, dass der Euro noch vor Weihnachten unter 1,32 Dollar fällt", sagte Pohl.

Starke Dollarkäufe aus dem asiatischen Raum hätten nicht nur den Yen sondern auch den Euro unter Druck gebracht, sagte Pohl. Das US-Finanzministerium werde im großen Umfang neue Staatsanleihen auf den Markt bringen. Im asiatischen Raum habe man sich daher zuvor entsprechend mit Dollarbeständen eingedeckt.

Devisenexperten sehen in dem deutlichen Kursrückgang kein Anzeichen für eine Intervention von Notenbanken. "Der Preisrutsch zog sich über mehrere Minuten hin. Das ist untypisch für eine Intervention, bei der es in wenigen Sekunden steil bergab geht", sagte Volkswirt Michael Schubert von der Commerzbank.

Keine Einbahnstrasse

Schubert macht ebenso wie Analyst Rainer Sartoris von Hsbc Trinkaus & Burkhardt Gewinnmitnahmen für die Schwankungen verantwortlich. "Der Devisenmarkt ist keine Einbahnstraße. Nach der zuletzt deutlichen Euro-Aufwertung musste mit Korrekturen gerechnet werden", sagte Sartoris. Da in den vergangenen Tagen mehrfach die Marke von 1,35 Dollar verfehlt worden sei, hätten Anleger Kasse gemacht und Gewinne eingestrichen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6 895 (0,6 906) britische Pfund , 138,63 (138,30) japanische Yen und 1,5 330 (1,5 305) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 436,90 (451,80) Dollar festgesetzt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%