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Devisen: Euro gibt nach Äußerungen von US-Finanzminister Snow etwas nach

Das Bekenntnis des amerikanischen Finanzministers John Snow zu einem starken Dollar hat am Montag den Euro-Kurs etwas unter Druck gesetzt. "Wir unterstützen einen starken Dollar", sagte Snow in Dublin. "Ein starker Dollar ist im Interesse Amerikas."

dpa-afx FRANKFURT/DUBLIN. Das Bekenntnis des amerikanischen Finanzministers John Snow zu einem starken Dollar hat am Montag den Euro-Kurs etwas unter Druck gesetzt. "Wir unterstützen einen starken Dollar", sagte Snow in Dublin. "Ein starker Dollar ist im Interesse Amerikas."

Die europäische Gemeinschaftswährung fiel bis zum Nachmittag auf 1,2 950 Dollar. Zuvor hatte sie im asiatischen Handel noch bis zu 1,2 999 Dollar gekostet und verfehlte damit nur knapp ihr am 10. November erreichtes Rekordhoch von 1,3 005 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,2 955 (Freitag: 1,2 921) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7 719 (0,7 739) Euro.

Devisenexperten rechnen durch die Äußerungen von Snow nicht mit einer nachhaltigen Dollar-Aufwertung. "Seine Worte mögen den Euro kurzfristig belastet haben, ändern aber nichts an der Grundtendenz", sagte Währungsexperte Guido Zimmermann von der Dekabank. Die US-Regierung tue nichts gegen den hohen Fehlbetrag in Staatshaushalt und Leistungsbilanz. Der Dollar werde deshalb unter Druck bleiben. Die Bemerkungen von Snow seien nur Lippenbekenntnisse, sagte auch Hbos-Devisenanalyst Mark Miller: "Wir bezweifeln, dass die Vereinigten Staaten diesen Worten auch Taten folgen lassen werden".

Ein niedriger Dollar-Kurs ist bei der Finanzierung des riesigen US-Doppeldefizits von Vorteil. Daher komme den USA die Dollar-Schwäche gelegen, sagte Dekabank-Experte Zimmermann. Da die USA mehr konsumieren als produzieren, muss diese Lücke mit fremden Geld geschlossen werde. Nachdem die ausländischen Kapitalzuflüsse zuletzt auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2003 fielen und das Außenhandelsdefizit seit Monaten nahe seines Rekordhochs von 55 Mrd. Dollar verharrt, stieg der Euro in den vergangenen Wochen kontinuierlich.

Die Bundesregierung sieht die derzeitige Euro-Stärke unterdessen gelassen. Es gebe "keinen Anlass zur Unruhe", sagte Wirtschafts-Staatssekretär Alfred Tacke. Der Markt werde sich "sehr schnell beruhigen".

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6 989 (0,7 006) britische Pfund, 136,48 (136,93) japanische Yen und 1,5 241 (1,5 205) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 437,60 (436,05) Dollar gefixt.

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