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Devisen: Euro mit neuem Rekord von 1,3 046 Dollar - Sorge um Konjunktur

Eine breit angelegte Skepsis gegenüber dem Dollar hat dem Eurokurs am Mittwoch zu einem neuen Rekordhoch verholfen.

dpa-afx FRANKFURT. Eine breit angelegte Skepsis gegenüber dem Dollar hat dem Eurokurs am Mittwoch zu einem neuen Rekordhoch verholfen. Die Gemeinschaftswährung stieg am Vormittag bis auf 1,3 046 Dollar und übertraf die vor einer Woche aufgestellte alte Rekordmarke von 1,3 005 Dollar deutlich. Am Nachmittag fiel sie auf 1,3 022 Euro zurück. Experten sehen den Euro nun für längere Zeit über 1,30 Dollar.

Nach dem Überschreiten der Marke von 1,3 010 Dollar sei der Weg nach oben frei geworden, sagte Devisenhändler Jan Koczwara von der Helaba. Marktteilnehmer, die zuvor auf einen schwächeren Euro spekuliert hätten, seien zu Nachkäufen gezwungen gewesen. "Das hat die Reaktion beschleunigt und den Euro deutlich steigen lassen", sagte der Experte. Als weiteren Grund für den Rekord nannte Koczwara die Dollar-Abwertung in Asien. Dort rutschte der Greenback unter die Marke von 105 Yen. Dadurch sei der Dollar auch gegenüber dem Euro abgewertet worden.

Sorge UM Deutsche Exportwirtschaft

Der Aufwärtstrend für den Euro dürfte sich Experten zufolge in den kommenden Tagen fortsetzen. Die US-Regierung habe kein Interesse, der Dollar-Schwäche entgegen zu wirken, sagte Analyst Rainer Sartoris von Hsbc Trinkaus & Burkhardt. Helaba-Händler Koczwara sieht den Euro bis Jahresende bei 1,32 bis 1,33 Dollar und in den Monaten danach sogar bei 1,35 Dollar.

Der teure Euro birgt nach Einschätzung des Sachverständigenrates ein "nicht unerhebliches Risiko" für die exportabhängige Konjunkturerholung in Deutschland. Die fünf "Wirtschaftsweisen" rechnen 2005 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent und unterstellen dabei einen Eurokurs von 1,27 Dollar. Eine Aufwertung habe "einen signifikant negativen Effekt auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland", heißt es im Gutachten des Sachverständigenrates.

Wechselkurse Kein Thema BEI G20

Ursache für die Dollar-Schwäche ist das riesige Doppeldefizit der USA in Staatshaushalt und Leistungsbilanz. Zweifel an dessen Finanzierbarkeit hatten den Dollar in den vergangenen Wochen unter Druck gesetzt. Ein niedriger Dollarkurs ist bei der Finanzierung von Vorteil, da ein schwacher Dollar die US-Exporte verbilligt und die Einfuhren in die Vereinigten Staaten verteuert. Dadurch kann das Defizit in der Außenhandelsbilanz eingedämmt werden. Das am Mittwoch erneuerte Bekenntnis des amerikanischen Finanzministers John Snow zu einem starken Dollar halten Experten deshalb für ein Lippenbekenntnis. "Den USA kommt eine schwache Währung gelegen", sagte Koczwara.

Die aktuelle Wechselkursentwicklung wird auf dem Treffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) in Berlin kein offizielles Thema sein, wie aus dem Bundesfinanzministerium verlautete. Bei dem Treffen der G20-Finanzminister und-Notenbankchefs werde es keine formellen Gespräche zu Wechselkursen geben. Auch seien keine entsprechenden Beschlüsse zu erwarten.

Referenzkurs

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,3 026 (Dienstag: 1,2 971) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7 677 (0,7 710) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,7 014 (0,6 996) britische Pfund, 135,97 (136,64) japanische Yen und 1,5 203 (1,5 238) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 443,45 (439,40) Dollar gefixt.

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