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Devisen: Euro unterbricht Höhenflug - Marke von 1,30 Dollar bleibt im Visier

Der Euro hat am Dienstag seinen Höhenflug zum Dollar unterbrochen, bleibt aber in Reichweite der 1,30-Dollar-Marke. Die Gemeinschaftswährung entfernte sich mit 1,2 909 Dollar von ihrem am Vortag erreichten Rekord von 1,2 986 Dollar.

dpa-afx FRANKFURT. Der Euro hat am Dienstag seinen Höhenflug zum Dollar unterbrochen, bleibt aber in Reichweite der 1,30-Dollar-Marke. Die Gemeinschaftswährung entfernte sich mit 1,2 909 Dollar von ihrem am Vortag erreichten Rekord von 1,2 986 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs am Mittag auf 1,2 911 (1,2 917) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7 745 (0,7 742) Euro. EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet hatte den Höhenflug bereits am Montag gebremst. Er hatte den jüngsten Anstieg als "unwillkommen" und "brutal" bezeichnet. Devisenexperten sehen in der leichten Beruhigung der Märkte aber nur eine vorübergehende Pause.

"Die Marke von 1,30 Dollar hat magische Anziehungskraft", sagte Christian Pohl vom Devisenbroker Fxdirekt. Der Trend sei für den Euro "weiter stark aufwärts gerichtet". Die Händler hielten sich vor der Leitzinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwochabend und den Daten zum US-Handelsbilanzdefizit nur etwas zurück. An den fundamentalen Gründen für einen weiteren Kursanstieg des Euro habe sich nichts geändert.

Den Auslöser für einen neuerlichen Euro-Sprung könnte das am Mittwoch noch vor der Leitzinsentscheidung der US-Notenbank zur Veröffentlichung anstehende Handelsbilanzdefizit liefern, sagte Pohl. Für einen deutlichen Rückgang des Defizits im September gebe es angesichts des hohen Ölpreises keine Anzeichen. Die am Abend erwartete vierte Leitzinserhöhung der US-Notenbank im laufenden Zyklus um 0,25 Prozentpunkte auf 2,00 Prozent hält Pohl unterdessen für berechenbar. Entscheidend seien Hinweise auf eine mögliche Pause auf dem Weg zu einem neutraleren US-Leitzinsniveau.

Auch die Deutsche Bank sieht trotz der verbalen Intervention des EZB-Präsidenten noch kein Ende des Euro-Höhenfluges. Auf Sicht von zwölf Monaten erwartet der Europa-Chefvolkswirt der Bank, Thomas Mayer, einen Eurokurs von 1,40 Dollar. "Trichet will scharfe Wechselkursbewegungen vermeiden, nicht aber den Trend umkehren", sagte Mayer. Der unausweichliche Anpassungsprozess solle verlängert werden.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6 963 (0,6 969) britische Pfund , 136,57 (136,56) japanische Yen und 1,5 273 (1,5 286) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 433,65 (431,90) Dollar festgesetzt.

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