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Devisen: Eurokurs bleibt im Schatten von G20-Treffen in Reichweite von Rekord

Der Kurs des Euro ist unmittelbar vor dem G20-Treffen in Berlin in Reichweite seines Rekordstandes geblieben. In der Spitze kletterte der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung am Freitag bis auf 1,3 067 Dollar.

dpa-afx FRANKFURT. Der Kurs des Euro ist unmittelbar vor dem G20-Treffen in Berlin in Reichweite seines Rekordstandes geblieben. In der Spitze kletterte der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung am Freitag bis auf 1,3 067 Dollar. Mit 1,3 074 Dollar hatte der Euro erst am Donnerstag den höchsten Stand seit Einführung an den Finanzmärkten im Januar 1999 erreicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag noch auf 1,3 020 (Donnerstag: 1,3 024) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7 680 (0,7 678) Euro.

"Die Währungshüter zeigen sich weiter gelassen über die globale Schwäche des Dollar", sagte Devisenexperte Jens-Uwe Wächter von der Dekabank. Ein konzertiertes Vorgehen oder ein gemeinsames Statement zum Thema Wechselkursturbulenzen sei "eher unwahrscheinlich". Die Interessen seien zu unterschiedlich. Den USA komme die Dollar-Schwäche zum Abbau ihres Handelsbilanzdefizits derzeit "mehr als gelegen". Schließlich dämpfe ein schwächerer Dollar den Importsog und helfe den heimischen Exporteuren. Das "Ventil Wechselkurs" sei allein aber nicht ausreichend, um die enorme Schieflage in den USA zu bereinigen.

Die Währungshüter und Finanzminister selbst dämpften unterdessen die Erwartungen auf gemeinsame Beschlüsse. Greenspan nannte die Dollarabwertung notwendig für den Abbau des US-Leistungsbilanzdefizits. Derzeit gebe es kaum Anzeichen dafür, dass es Probleme bei der Finanzierung des US-Defizits gebe. Er rief die USA und Europa zu Strukturreformen auf dem Arbeitsmarkt und in der Finanzpolitik auf. Auch Dekabank-Experte Wächter hält eine Konsolidierung der Staatsfinanzen in den USA und erhöhte Ersparnisse für unabdingbar.

Bundesfinanzminister Hans Eichel und sein US-Kollege John Snow bekräftigten am Freitag, dass die G20 "kein Forum" für das Thema Wechselkurse seien. Die G20-Finanzminister und Notenbankchefs kommen am Freitagabend in Berlin zu ihrer Jahrestagung zusammen. Offiziell sind die Wechselkurse auf dem dreitägigen Treffen zwar kein Thema. Gleichwohl wird das Thema nach Aussage von Verhandlungsteilnehmern aber eine bedeutende Rolle am Rande der Gespräche spielen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,7 012 (0,7 025) britische Pfund , 134,97 (135,54) japanische Yen und 1,5 153 (1,5 171) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 445,60 (442,00) Dollar gefixt.

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