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Devisen: Eurokurs steigt über 1,26 Dollar - Weiterer Anstieg erwartet

Der Eurokurs ist am Mittwoch wegen anhaltender Sorgen über Ungleichgewichte in der US-Wirtschaft erstmals seit acht Monaten über die Marke von 1,26 Dollar gestiegen.

dpa-afx FRANKFURT. Der Eurokurs ist am Mittwoch wegen anhaltender Sorgen über Ungleichgewichte in der US-Wirtschaft erstmals seit acht Monaten über die Marke von 1,26 Dollar gestiegen. Die Gemeinschaftswährung kletterte am frühen Nachmittag bis auf 1,2 605 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit dem 25. Februar. Experten sehen den Euro bis Jahresende in Richtung 1,30 Dollar steigen.

Experten begründeten die deutlichen Kursgewinne des Euro mit der Überwindung wichtigen Marken zu Wochenbeginn. "Der Euro-Dollar-Kurs wurde lange Zeit in einer engen Bandbreite gehandelt, die in dieser Woche durchbrochen wurde", sagte Volkswirt Gregor Beckmann von Hsbc Trinkaus & Burkhardt. "Das hat Investoren nervös gemacht und zu Euro-Nachkäufen veranlasst."

Auslöser für die Dollar-Abwertung waren Sorgen über die Defizite in der US-Leistungs- und Haushaltsbilanz. "Die Ungleichgewichte der US-Konjunktur sind wieder verstärkt in das Blickfeld geraten", sagte Beckmann. Die USA benötigen einen hohen Zufluss von ausländischen Investitionen, um ihr Zwillingsdefizit zu finanzieren. Der Nettokapitalzufluss war allerdings im August erneut gesunken und hatte den Euro bereits am Montag zum Sprung über die Marke von 1,25 Dollar verholfen, an der die Währung in den vergangenen Wochen noch gescheitert war.

Einige Experten sagen einen weiteren Euro-Anstieg in Richtung 1,30 Dollar voraus. Die Schweizer Großbank UBS erwartet in den kommenden drei Monaten ein Niveau von 1,29 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) geht nach den Worten ihres Ratsmitglieds Nicholas Garganas trotz des Zwillingsdefizits nicht von einer drastischen Abwertung des Dollar aus. Das Schicksal des Dollar und die Leistungsfähigkeit der US-Wirtschaft hingen aber davon ab, wie die Ungleichgewichte bekämpft werden, sagte der griechische Notenbankchef der Nachrichtenagentur AFX News.

Diese Bemerkungen zeigten, dass die Frage eines Kurseinbruchs des Dollar in der EZB diskutiert werde und die "Sorge vor einer harten Landung schon da ist", sagte Devisenexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank.

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