Devisen-Rücktausch
Alles ausgeben - oder für einen guten Zweck spenden

Ab dem 1. Januar 2002 wird der Euro mit der Bargeldeinführung endlich greifbar und die D-Mark endgültig Geschichte. Nach dem 31. März 2002 nehmen die Banken keine Devisen aus den anderen Euro-Teilnehmerstaaten mehr an. Die dann noch übrigen Devisenbestände können aber einem karitativen Zweck dienen.

DÜSSELDORF. Souvenirs, Souvenirs. Jahr für Jahr bringen Millionen Urlauber Andenken an die vielleicht schönste Zeit des Jahres mit Heim. Doch im Rückreisegepäck befinden sich nicht nur Souvenirs und Mitbringsel für die Daheimgebliebenen, sondern oft auch nicht ausgegebene Fremdwährungen (Devisen).

Was tun mit dem Restgeld aus den Euro-Teilnehmerstaaten? Wo und bis wann können die Sorten zurück gewechselt werden? "Scheine tauscht die Deutsche Bundesbank und alle Landeszentralbanken kostenlos bis zum 31. März", sagt ein Mitarbeiter der Abteilung Hauptkasse der Bundesbank. Der Umtausch erfolgt zu den Ende des Jahres 1999 festgelegten Wechselkursen. Nach dem 31. März nehmen die Banken keine Devisen mehr an.

Auch viele Geschäftsbanken tauschen Devisen um, allerdings nur zwei Monate lang, bis zum 28. Februar. Ab April können Währungsrestbestände dann höchstens noch im entsprechenden Urlaubsland getauscht werden. Wie groß die Summe ist, die Deutsche an Devisen in der Bundesrepublik im Jahr wieder zurückgeben, darüber kann die Bundesbank keine Auskunft geben. Schlecht sieht es beim Umtausch des Hartgeldes aus. Das kann in Deutschland überhaupt nicht zurück getauscht werden - doch hier ändert sich nichts, das war bisher auch nicht möglich.

Eine mögliche Anlaufstelle zum Umtausch könnte noch die Reisebank, eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Verkehrsbank werden. "Wir überlegen, ob wir auch nach dem 31. März noch Devisen annehmen. Das ist aber noch nicht entschieden", sagt Claus Gloger, Leiter Organisation und Verwaltung der Reisebank. Zweigstellen der Reisebank findet man hauptsächlich an Flughäfen und Bahnhöfen.

Alles ausgeben ist günstiger als Rückumtausch

"Am besten alles ausgeben und sich am Flughafen noch ein Eis kaufen", rät Thomas Bieler, Euro-Experte der Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen. Er vermutet viele Leute würden sich über die Problematik noch gar keine Gedanken machen. Zudem sei der Rücktausch in der Praxis relativ umständlich, denn nicht jeder hat eine Zweigstelle der Landeszentralbank um die Ecke und auch die Öffnungszeiten seien knapp bemessen.

Reinhold Rickes, Euro-Koordinator beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) in Berlin sagt, Touristen sollten vermeiden nach dem Jahreswechsel überhaupt noch Devisen mit Heim zu bringen. Auch dieses Jahr sollten die Leute schon versuchen keine Geld übrig zu behalten. Umgekehrt sollten deutsche Urlauber im kommenden Jahr auch keinesfalls noch deutsches Geld mit ins Ausland nehmen und versuchen es dort umzutauschen. Das gilt schon für den Neujahrs- und Winterurlaub. Denn "ab dem 01. Januar ist die D-Mark kein offizielles Zahlungsmittel mehr," sagt Rickes,. "Ausländische Banken sind ab diesem Zeitpunkt nicht mehr verpflichtet die Mark anzunehmen und umzutauschen". Rickes rät am besten auf elektronische Zahlungsmittel umzusteigen - also eine Checkkarte mitzunehmen.

Wer dennoch Geldscheine aus dem Urlaub oder von der Geschäftsreise mit nach Hause nimmt und sich den nervigen Umtausch sparen will oder gar noch Hartgeld besitzt, für den gibt es eine sinnvolle Alternative. "Viele Wohlfahrtsorganisationen nehmen ausländisches Hartgeld und auch Scheine entgegen, vom Roten Kreuz bis zur Krebshilfe," sagt Rickes. Die Sparkassen hätten bereits mehrere Partner. Der Caritasverband sammelt beispielsweise schon seit gut fünf Jahren bundesweit Restgeldbestände, die Urlauber mit Heim bringen. "Wir haben damit bislang mehr als 100 000 Mark eingenommen", sagt Matthias Schüth, Sprecher der Caritas International.

Die Urlaubskasse unterstützt wohltätige Organisationen

Die Wohlfahrtsorganisation steckt das Geld in die Auslandsarbeit und finanziert damit die Rehabilitation von Kindersoldaten, die Behandlung von Aidswaisen, Programme für Behinderte und vieles mehr.

Auch der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo) denkt über eine deutschlandweite Sammelaktion nach. "Voraussetzung dafür ist aber die Zusammenarbeit mit einer Bank", sagt Awo-Sprecher Joachim Kendelbecher.

Die Caritas sammelte das Geld bisher vor alle mit Hilfe der Pfarrgemeinden ein. "Wir überlegen aber größer einzusteigen und uns Kooperationspartner zu suchen, zum Beispiel verschiedene Kreditinstitute", setzt auch Schüth auf die Unterstützung durch Dritte. Die Caritas hofft mit der Aktion zwischen 20 000 und 40 000 Mark einzunehmen.

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