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Devisen: US-Rekordhandelsdefizit hebt Eurokurs über 1,19 US-Dollar

FRANKFURT/NEW YORK (dpa-AFX) - Ein Rekordhandelsdefizit in den USA hat denKurs des Euro am Mittwoch wieder über die Marke von 1,19 US-Dollargetrieben. Am Abend kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1917 Dollar.Vor Veröffentlichung der Daten hatte der Euro noch rund 0,50 Cent wenigergekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am frühenNachmittag auf 1,1857 (Dienstag: 1,1804) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostetedamit 0,8434 (0,8471) Euro.

"Das ist kein gesundes Fundament für eine nachhaltige Dollaraufwertung",sagte Devisenexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank zum Rekorddefizit. Diestrukturellen Probleme in den USA seien nach wie vor vorhanden. Dies mache dasRekordhandelsbilanzdefizit in den USA im März deutlich. In jüngster Zeit habeder Markt diese Risiken "schlicht ignoriert". Auf Dauer hält Fritsch dies aberfür nicht tragbar. Der Einbruch des Euro nach dem überraschend freundlichenUS-Arbeitsmarktbericht am vergangenen Freitag scheine nun gestoppt. Der Euro warum rund 3 Cent abgesackt.

Das Handelsbilanzdefizit in den USA ist im März nach Angaben desHandelsministeriums auf einen neuen Rekordwert von 46 Milliarden Dollargeklettert. Der Grund waren hohe Preise für Öl-Importe. Volkswirte hatten einetwas geringeres Defizit erwartet. Die starke Binnennachfrage und die hohenEnergiepreise sorgten weiter für einen starken Import-Sog, sagte Fritsch.

Das kräftige Wachstum ist für Fritsch nur auf den ersten Blick erfreulich.Dahinter verberge sich eine tief greifende Schwäche der US-Wirtschaft. Denn zurFinanzierung seien die USA auf hohe Kapitaleinfuhren angewiesen. Angesichtsausbleibender Interventionen der asiatischen Notenbanken, die in jüngster ZeitHauptfinanziers der US-Defizite waren, müsse nun verstärkt privates Geldangelockt werden. Dies sei nur mit höheren Zinsen zu erreichen. Höhere Zinsenseien aber gleichzeitig Gift für Konjunktur und Aktienmärkte.

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