Devisenmarkt
Euro gibt frühe Kursgewinne wieder ab

Reuters FRANKFURT. Der Euro hat sich am Mittwoch nicht bei seinem Tageshoch von 85,71 US-Cents halten können, stabilisierte sich aber deutlich über der Marke von 85 Cents. Händler begründeten dies vor allem mit anhaltenden Spekulationen über Zentralbank-Interventionen zu Gunsten des Euro und der US-Aktienmarktschwäche. Zudem hätten Äußerungen von Bundesbankpräsident Ernst Welteke die Währung gestützt. Auch die am Vorabend erreichte Einigung auf dem Nahost-Gipfel sowie die Warnung des Fed-Gouverneurs Alfred Broaddus vor den negativen Auswirkung des starken $ auf die US-Industrie hätten bereits zu leichten Kurssteigerungen geführt. Die meisten Experten schlossen wegen der generell negativen Stimmung gegenüber dem Euro erneute Kursrückgänge jedoch nicht aus. Im Referenzkursverfahren Öffentlicher Banken wurde der Euro mit 0,8533 nach 0,8493 $ am Vortag festgestellt. Damit kostete ein $ umgerechnet 2,2921 (2,3029) DM. Im Handel notierte der Euro zuletzt mit 0,8542/44 Cents etwa beim New Yorker Schlusskurs vom Dienstagabend. Zum Yen notierte der Euro wenig verändert mit 92,31/36 Yen.

Anhaltende Interventions-Spekulationen hätten die Marktteilnehmer auch am Mittwoch von aggressiven Euro-Verkäufen abgehalten, sagten Händler. Viele Akteure vermuteten, die Europäische Zentralbank (EZB) könne den umsatzschwachen Freitag zu einer Intervention nutzen. Die Händler wollten deshalb nicht massiv Euro verkaufen, um am Freitag nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, sagte Sonja Hellemann, Devisenstrategin bei Dresdner Kleinwort Benson. Verstärkt worden seien diese Spekulationen zudem von Weltekes Äußerungen. Der Bundesbankpräsident hatte in einem Zeitungsinterview gesagt, die gemeinsamen Euro-Stützungskäufe der Notenbanken vom 22. September hätten gezeigt, dass die Zentralbanken entschlossen seien zu handeln, wenn sie über den Euro-Kurs besorgt seien. Der Gemeinschaftswährung bescheinigte Welteke zudem ein "enormes" Aufwertungspotenzial.

Die Warnung des Fed-Gouverneurs Braoddus am Dienstagabend, der starke $ schade den amerikanischen Industrieunternehmen, hätten am Dienstag ebenfalls zu Interventions-Spekulationen geführt. "Die Schlussfolgerung ist, dass die Fed möglicherweise doch empfänglicher für Interventionen ist als wir dachten, weil sie den $ zähmen will", sagte ein Händler. Die Äußerung sei außerdem besonders bemerkenswert, da die Vertreter der US-Notenbank Fed eher selten zum Devisenmarkt Stellung nähmen.

Beobachter sagten unterdessen, im Wochenverlauf könne der Euro erneut von einer möglichen Schwäche der US-Aktien profitieren. Am Dienstag hatte der technologielastige Nasdaq-Index mit 2,32 % im Minus bei 3213,96 Punkten geschlossen. Auch der Dow-Jones der 30 führenden Industriewerte war mit einem Minus von 1,46 % aus dem Handel gegangen. Um sich nachhaltig zu erholen, müsste der Euro technischen Analysten zufolge die Marke von 86 Cents überwinden. Unterstützung finde die Währung derzeit bei 85,20 und 84,80 Cents. Auch die Einigung im Nahost-Konflikt auf eine Ende der gewaltsamen Auseinandersetzungen hätten dem Euro Auftrieb verschafft, da mit Ölpreisrückgängen zu rechnen sei, sagten Experten. Zweifel daran, ob es tatsächlich zu dem vereinbarten Friedensschluss zwischen Israel und den Palästinensern kommen werde, sowie ein unerwarteter Rückgang der Öl-Reserven ließen am Mittwoch jedoch die Ölpreise zunächst wieder leicht steigen. Ein Barrel der marktführenden Nordseemarke Brent, lieferbar im Dezember, kostete zuletzt 31,72 $, 59 Cent mehr als am Vortag.

Gold tendierte am Mittwoch etwas fester. Beim Fixing in London wurde die Feinunze des Edelmetalls mit 271,30 $ nach 270,25 $ beim vorangegangenen Fixing notiert.

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