Devisenmarkt
Wenig Bewegung beim Euro

Die europäische Gemeinschaftswährung ist in enger Spanne über 0,87 Dollar gefangen. Am Nachmittag könnten neue Impulse durch US-Konjunkturdaten kommen.

Reuters FRANKFURT. Der Euro hat sich am Dienstag bei Kursen um 0,8750 Dollar Händlern zufolge mangels Markt bewegender Neuigkeiten kaum bewegt. Der Handel warte vor allem auf die US-Konjunkturdaten am Nachmittag. Sollten diese ein bisschen besser ausfallen als erwartet und eine Erholung der US-Konjunktur ahnen lassen, werde der Dollar mit den US-Aktien klettern und den Euro drücken, sagte ein Analyst.

Einkaufsmanager-Indizes und Verbrauchervertrauen erwartet

Neben den Einkaufsmanager-Indizes aus New York und Chicago steht das US-Verbrauchervertrauen für Juli auf dem Kalender. Mit Blick auf die letzte Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) vor ihrer Sommerpause am Donnerstag gebe es wieder Spekulationen über eine Leitzinssenkung in der Euro-Zone.

Gegen 10.30 Uhr MESZ notierte der Euro mit 0,8752/58 Dollar etwas über dem New Yorker Schlussniveau vom Vortag von 0,8743 Dollar. Der Yen konnte sich dank der Kursgewinne von rund zwei Prozent am Tokioter Aktienmarkt etwas erholen und drückte den Dollar mit 124,75 Yen wieder merklich unter 125 Yen. Der Euro notierte zum Yen ebenfalls etwas schwächer mit 109,25 Yen und konnte mit einem vorläufigen Tageshoch von 109,55 Yen sein am Vortag angetipptes Zehn-Wochen-Hoch von 109,80 Yen nicht wieder erreichen.

Experten erwarten enge Handelsspanne für den Euro

Technische Analysten sehen die Gemeinschaftswährung in nächster Zeit in einer engen Spanne gefangen. So lange die Unterstützung von 0,8700 Dollar halte, bleibe der Aufwärtstrend intakt, erwartet Karen Jones, Analystin von der Commerzbank.

Sollte die Hürde von 0,8785 Dollar überwunden werden, sei ein Kursanstieg bis auf 0,8825/45 Dollar möglich. Die Experten von der HypoVereinsbank (HVB) sind skeptischer und rechnen mit einem Kursrückgang in dieser Woche unter 0,87 Dollar. "Mein Wochenziel ist 0,8642 Dollar", sagte ein HVB-Analyst. Für eine anhaltende Aufwärtsbewegung sei der Durchbruch des Widerstands bei 0,8830 Dollar entscheidend.

Rückgang des US-Verbrauchervertrauens möglich

In den USA beobachten die Analysten gespannt, wie sich die Verbraucher weiter verhalten. Denn ihr trotz steigender Arbeitslosigkeit fast stabiler Konsum, der zwei Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung ausmacht, hat die Wirtschaft bisher vor einer Rezession bewahrt. Das Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board veröffentlicht seinen Indikator zum Verbrauchervertrauen für Juli um 16.00 Uhr MESZ.

Von Reuters befragte Volkswirte erwarten einen leichten Rückgang auf einen Stand von 117,5 nach 117,9 im Juni. Das Stimmungsbarometer war zuletzt zwei Monate nacheinander gestiegen. Sollte der Index besser ausfallen als erwartet, käme Analysten zufolge Hoffnung auf eine Erholung der schwachen US-Wirtschaft auf, die US-Aktienkursen und Dollar Auftrieb verschaffen könnte.

Auch die persönlichen Einkommen und Ausgaben der Verbraucher in den USA im Juni, die um 14.30 Uhr MESZ veröffentlicht werden, geben Auskunft über das Konsumverhalten. Die Daten werden Analysten zufolge aber kaum neue Erkenntnisse liefern, da die Tendenz zu etwas geringerem Ausgabenzuwachs bereits am vergangenen Freitag an den Wachstumszahlen erkennbar gewesen sei. Als Vorbote des US-weiten NAPM-Indexes, der am Mittwoch ansteht, werden die regionalen Einkaufsmanager-Indizes von New York (15.00) und Chicago beachtet (16.00). Bei letzterem wird ein Rückgang auf 43,8 (44,4) im Juli erwartet.

Neue Spekulationen um Verhalten der EZB

Angesichts erneut schwacher Konjunkturdaten aus der Euro-Zone gebe es wieder Spekulationen, ob die EZB nicht doch noch vor ihrer Sommerpause die Leitzinsen in der Euro-Zone zum zweiten Mal in diesem Jahr senkt. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer hat seine Produktionsprognose für dieses Jahr auf drei von fünf Prozent reduziert, nachdem im Juni ein reales Minus bei den Auftragseingängen von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnet worden war.

Gewinnmitnahmen haben den Kursanstieg des Dollar zum Yen gestoppt. Händlern zufolge hat dazu auch die Erholung des Tokioter Aktienmarktes beigetragen, der am Vortag noch wegen aufkommender Zweifel an den Reformplänen von Ministerpräsident Junichiro Koizumi auf den tiefsten Stand seit 16 Jahren gefallen war. Der Nikkei-Index zog mehr als zwei Prozent an. Nach Einschätzung von Analysten wird der Yen noch länger wegen des anhaltenden Abschwungs im Land angeschlagen bleiben. Eine Kursrally des Dollar über sein im April markiertes Jahreshoch von 126,75 Yen bis auf 130 Yen sei aber nicht so bald zu erwarten. Davor türmen sich noch drei frühere Höchststände als technische Hürden auf bei 125,67, 126,15 und 126,75 Yen.

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