DFB-Antrag bei der Fifa: Längere Halbzeitpause beim Fußball?

DFB-Antrag bei der Fifa
Längere Halbzeitpause beim Fußball?

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will erreichen, dass die Halbzeitpause von derzeit 15 Minuten auf 20 Minuten verlängert wird. Einen entsprechenden Antrag hat der DFB beim Weltverband Fifa beantragt. Dies bestätigte DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt am Mittwoch der dpa.

HB HAMBURG. In dem offiziellen Schreiben an Fifa-Präsident Joseph Blatter und die Regelkommission begründete der größte Ballsport-Verband der Welt seinen Vorstoß damit, dass man den Stadionbesuchern mehr Zeit einräumen müsse, um sich in der Halbzeitpause verpflegen zu können.

"Es ist eine Initiative, die von der Bundesliga ausgeht", erklärte Schmidt. Nach Angaben der Zeitschrift "Sport Bild" hatte Werder Bremens Marketing-Chef Manfred Müller den Stein ins Rollen gebracht mit dem Ziel, Mehreinnahmen in der Gastronomie zu erzielen. "Wir müssen die Verweildauer der Fans in den Stadien verlängern. In diesen zusätzlichen fünf Minuten kann allein der Umsatz im Catering-Bereich um einiges gesteigert werden", sagte Müller. Beim FC Schalke 04 habe man dadurch Zusatzeinnahmen von rund 300 000 Euro pro Saison errechnet.

"Im Sinne der Zuschauer halten wir fünf Minuten länger für richtig. Wir stellen im Alltag fest, dass 15 Minuten für den Gang zur Bratwurst- oder Getränke-Station nicht immer reichen", meint auch Bayer Leverkusens Finanz-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. "Fünf Minuten mehr machen für die Spieler den Braten nicht fett. Aber für die Vereine ist es gut", sagte Karl-Heinz Wildmoser, Präsident des TSV 1860 München.

Gerade in den großen Stadien reiche die Zeit nicht aus, ergänzt Hertha-Präsident Bernd Schiphorst: "Eine vorsichtige Erweiterung ist daher eine überlegenswerte Initiative." Dagegen votiert Peter Pander, Manager des VfL Wolfsburg, für den Status quo: "Der Fußball muss im Mittelpunkt bleiben. Mit 15 Minuten Pause fahren wir gut." Auch bei den Trainern ist die Skepsis groß, da die Spieler bereits bei einer 15-minütigen Pause Gefahr laufen, zu sehr abzukühlen.

Das DFB-Gesuch wird schon am 29. Februar bei der nächsten Sitzung des "International Football Association Board" (IFAB) in London erstmals diskutiert. In diesem Gremium, das sich aus vier FIFA - Beauftragten sowie je einem Vertreter der Fußball-Gründungsländer England, Schottland, Wales und Irland zusammensetzt, fällt auch die letztinstantliche Entscheidung über eine Regeländerung. Dazu wird eine Drei-Viertel-Mehrheit benötigt.

Oberstes Prinzip der Regelhüter war bislang stets, gleiche Grundsätze für Alle zu schaffen. Demnach würde im Falle einer Reform die Halbzeitpause auch im Amateurbereich verlängert. Obwohl das IFAB als ausgesprochen traditionsbewusst gilt, glaubt der Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL), Wilfried Straub: "Die Idee scheint nicht erfolglos zu sein."

Profitieren würde von einer Regeländerung nicht nur die Stadion- Gastronomie, sondern bei Live-Übertragungen auch das Fernsehen. Denn sie hätten zusätzliche Kapazitäten für Werbung.

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