DFB-Auswahl trifft auf Färöer-Inseln
Wenn’s wackelt, ist Schneider zur Stelle

Der Leverkusener Mittelfeldstratege Bernd Schneider ist im DFB-Team zu einer festen Größe gereift. Das weiß auch Teamchef Rudi Völler. Für Erstaunen im DFB-Tross sorgten derweil Meldungen über eine denkbare Einbürgerung des BVB-Brasilianers Dede.

BARSINGHAUSEN. Bernd Schneider übte sich in ungewohnten Aufbau- und Stabilisierungsmaßnahmen. Als der Mittelfeldspieler von Bayer Leverkusen im Mannschaftshotel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Barsinghausen am Dienstag aufs Podium des Presseraums trat, kippte die Stellwand mit den Sponsorenlogos zu Boden. Schneider mühte sich anschließend mit Harald Stenger, dem Pressesprecher des Deutschen Fußball-Bundes, die Wand wieder an die richtige Stelle zu postieren. Die ganze Angelegenheit erwies sich als relativ schwierig, irgendwann aber wackelte die Wand nicht mehr.

Am vergangenen Freitag hatte Teamchef Rudi Völler den Leverkusener Schneider mit einer ähnlichen Mission betraut. Die deutsche Elf spielte in Sarajevo gegen Bosnien-Herzegowina, eine Halbzeit lang wirkten die Darbietungen äußerst mau, und erst als Schneider nach der Pause eingewechselt wurde, erhielt das Mittelfeldspiel so etwas wie stabile Strukturen.

Am Mittwochabend (20.30 Uhr, ARD) im EM-Qualifikationsspiel gegen die Färöer-Inseln wird der Nationalspieler von Bayer Leverkusen qualifizierte Unterstützung erhalten. Dietmar Hamann und Michael Ballack spielen dann an seiner Seite, und damit ist das deutsche Mittelfeld wieder vereint, das die Nationalmannschaft im Juni bis ins WM-Finale geführt hat: mit Hamann als Organisationstalent in der Defensive, mit Ballack als strategischer Lenker und Schneider als freischaffendem Künstler in der Offensive. "Von der taktischen Anordnung hat das sehr gut gepasst", sagt Hamann.

Mit der Kernbesetzung hat Teamchef Rudi Völler für seine Zentrale eine Formation gefunden, die dem deutschen Spiel zwar nicht unbedingt magische Momente en masse beschert, aber zumindest eine gewisse Balance garantiert. Das war nicht immer so. Im Laufe seiner zweijährigen Amtszeit hat der Teamchef verschiedene Varianten getestet: mit zwei Defensivleuten (Hamann und Jeremies oder Ramelow) oder mit zwei Spielmachern (Ballack und Deisler). Als dauerhaft stabil hat sich keine der Formationen erwiesen.

Ob das deutsche Mittelfeld demnächst tatsächlich brasilianische Verstärkung erhält, bleibt jedoch abzuwarten. "Ich bin der Meinung, ein ganz kleines bisschen mit Deutschland sollte man schon zu tun haben", sagte Völler zu den Meldungen, wonach Leonardo Dede von Borussia Dortmund sein Interesse an einem deutschen Pass und an Einsätzen als DFB-Nationalspieler bekundet hätte.

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