DFB-Chef soll Forderung unterstützen
Rummenige droht FIFA mit "Revolution"

Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München und Sprecher der europäischen Top-Clubs ("G 14") will schon bei der WM 2006 in Deutschland eine Gehaltsübernahme der abgestellten Nationalspieler des Dachverbandes für die Dauer des Turniers durchsetzen.

HB MÜNCHEN. "Wenn die FIFA meint, sie kann das aussitzen wie in der Vergangenheit, dann wird es irgendwann eine Revolution geben, mit welchem Ausgang auch immer", sagte Rummenigge am Montagabend im Bayerischen Fernsehen.

"Eine WM ist inzwischen ein Geschäft mit über zwei Milliarden Schweizer Franken Einnahme. Alle verdienen, und wer verliert? Der FC Bayern unter anderem. Wir bezahlen die Spieler sechs Wochen und kriegen keinen Pfennig zurück", kritisierte der Bayern-Chef: "Die FIFA macht mit unseren Spielern Geld. Das lassen wir uns nicht mehr gefallen. Die FIFA soll die Gehälter für die sechs Wochen übernehmen, und zwar aller Spieler."

Rummenigge erneuerte in der Sendung "Blickpunkt Sport" außerdem die Forderung nach einer Reform des internationalen Spiel-Kalenders und kündigte Widerstand gegen die geplante Vergrößerung der EM- Qualifikationsgruppen durch die Europäische Fußball-Union (UEFA) an. Unterstützung bei allen Forderungen gegenüber den Dachverbänden erhofft sich der Bayern-Chef auch von DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder: "Er könnte sehr hilfreich sein, weil er in der Exekutive der UEFA und der FIFA sitzt. Er hat sicherlich dort ein gewichtiges Wort mit zu reden."

In der Problematik der seit Jahren steigenden Ausländer-Zahl in der Bundesliga und negativen Auswirkungen auf die Qualität der deutschen Nationalmannschaft ging Rummenigge erneut auf Konfrontationskurs zum DFB-Chef. Eine von Mayer-Vorfelder angestrebte Quoten-Regelung lehnt er kategorisch ab. "Da spielen wir nicht mit." Die rund 60 Prozent ausländischen Bundesliga-Profis seien nicht dafür verantwortlich, "dass wir im Moment keine so attraktiv spielende Nationalmannschaft haben". Grund dafür seien die Versäumnisse in der Nachwuchsförderung in den Jahren 1990 bis 2000.

Den Plan, aus dem FC Bayern bis zur Weltmeisterschaft 2006 einen "FC Deutschland" zu machen, hat der Rekordmeister darum auch bereits wieder aufgegeben. "Wir werden das Ziel nicht einhalten können", so Rummenigge. Denn bei der Suche nach neuen Spielern stelle man immer häufiger fest, "dass der deutsche Markt nicht die Qualität hat, die der FC Bayern sucht". Es werde noch Jahre dauern, bis die vermehrte Nachwuchsförderung des DFB und der Bundesliga-Vereine greifen werde.

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