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DFB feiert die «Helden von Bern»

Kaiserslautern (dpa) - Denkt Ottmar Walter an das «Wunder von Bern», dann muss er manchmal leise weinen. «Die Erinnerungen sind so schön und so stark. Ich schäme mich nicht dafür, dass mir da die Tränen hoch kommen», erzählt der rüstige 80-Jährige.

Kaiserslautern (dpa) - Denkt Ottmar Walter an das «Wunder von Bern», dann muss er manchmal leise weinen. «Die Erinnerungen sind so schön und so stark. Ich schäme mich nicht dafür, dass mir da die Tränen hoch kommen», erzählt der rüstige 80-Jährige.

Am 6. Juni könnte dies wieder der Fall sein, wenn Walter bei einem Festakt des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des ersten WM-Sieges einer deutschen Mannschaft mit den sechs anderen noch lebenden Weltmeistern von 1954 zusammentrifft.

Der überraschende 3:2-Sieg im Finale von Bern gegen Ungarn ist 50 Jahre danach längst zum Mythos geworden. «1990 hatten wir eine gute Mannschaft, 1974 im eigenen Land hat jeder den Titel erwartet. Aber was 1954 geschehen ist, wird von Generation zu Generation weiter gegeben. Dieses Spiel kann nicht übertroffen werden. Es steht immer an erster Stelle», meint Horst Eckel.

Für den DFB ist dies Anlass, die Helden von einst gebührend zu feiern. Zunächst bei der Matinee im Pfalztheater in Kaiserslautern, dann beim EM-Finale in Lissabon. Dorthin sind die Weltmeister am 4. Juli - dem Jubiläumstag - eingeladen worden. «Ich habe damals gedacht, nach zwei, drei Jahren spricht keiner mehr von der WM. Es erfüllt mich ein wenig mit Stolz, dass unsere Leistung so gewürdigt wird», sagt Ottmar Walter.

Besonders freut sich der einstige Stürmer auf das Wiedersehen mit Gyula Grosics und Jenö Buzansky aus dem Endspielteam der Ungarn. «Mit denen verbindet uns eine dicke Freundschaft. Wir treffen uns seit Jahren regelmäßig und haben bei unseren Besuchen viel Freundlichkeit erlebt», erzählt Walter. Ein Treffen mit Ferenc Puskas wird es dagegen nicht geben. Ungarns genialer Spielmacher von einst leidet an der Alzheimer Krankheit. «Ich weiß noch, wie er bei einem Treffen auf den Tisch gestiegen ist und gesagt hat, wir seien an dem Tag des Finals die bessere Mannschaft gewesen. Dies war das höchste Lob, das wir bekommen konnten», schwelgt Walter in Erinnerungen.

Der Bruder des vor zwei Jahren gestorbenen Fritz Walter hat vor allem bei jungen Menschen ein großes Interesse an den Geschichten aus der Vergangenheit festgestellt. «Es kommt noch oft die Nachfrage, wie war das damals? Ich könnte stundenlang erzählen. Es ist schon bedeutend, dass den Menschen auch heute bewusst ist, was wir geleistet haben», meint Walter.

«Das Interesse hat spürbar zugenommen. Diese WM ist immer in den Köpfen der Menschen drin gewesen, wird es auch immer bleiben», berichtet auch Eckel, der mit 72 Jahren immer noch aktiv dem Ball nachjagt. «So lange es Spaß macht und die Gesundheit es zulässt, spiele ich Fußball», sagt der Pfälzer. Sein Freund Ottmar Walter wünscht sich nach drei Knieoperationen innerhalb von sechs Wochen dagegen nichts sehnlicher, als den Krückstock wieder aus der Hand legen zu können.

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