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DFB-Juniorinnen feiern WM-Titel „Bei Otto“

Bis tief in die Nacht war das Restaurant „Bei Otto“ in Bangkok fest in der deutscher Hand. Ausgelassen tanzten die Juniorinnen des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) auf den Tischen und feierten ihren erstmaligen Titelgewinn bei der „U 19“-Weltmeisterschaft in Thailand.

dpa BANGKOK. Bis tief in die Nacht war das Restaurant "Bei Otto" in Bangkok fest in der deutscher Hand. Ausgelassen tanzten die Juniorinnen des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) auf den Tischen und feierten ihren erstmaligen Titelgewinn bei der "U 19"-Weltmeisterschaft in Thailand.

Auch DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder und Frau stimmten in den Jubelchor ein. "Ganz eindeutig. Der Frauenfußball ist ein echtes Aushängeschild für den DFB geworden", schwärmte Mayer-Vorfelder vom weiblichen Geschlecht.

Gut 13 Monate nach dem WM-Triumph der A-Nationalmannschaft in den USA untermauerten auch die Nachwuchsspielerinnen die internationale Vormachtstellung. Kein Zweifel gab es am verdienten 2:0-Finalsieg über China vor 23 000 Zuschauern im Rachamangala-Stadion, den A-Nationaltorhüterin Silke Rottenberg im Presseraum des Bochumer Ruhrstadions vor der Bundesliga-Partie des VfL gegen Nürnberg am Fernseher verfolgte. "Einfach toll, dass sie wie wir jetzt Weltmeisterinnen sind", freute sich die Torfrau des FCR Duisburg über den Titelgewinn gleich sieben ihrer Duisburger Teamkolleginnen.

DFB-Trainerin Silvia Neid platzte fast vor Stolz über ihre Mädels, die nach Siegen über Thailand (6:0) und Australien (4:0) nur gegen Vize-Weltmeister Kanada (3:3) im letzten Gruppenspiel und im Viertelfinale gegen Nigeria (5:4 i.E., 1:1) leichte Schwächen gezeigt hatte. Im Halbfinale gegen die Amerikanerinnen (3:1) und im Finale ließ das Team nichts mehr anbrennen. Die Duisburgerin Simone Laudehr (4.) und Melanie Behringer (83.) vom SC Freiburg stellten den WM-Sieg sicher. Zuvor hatte sich der entthronte Titelverteidiger USA im "kleinen Finale" 3:0 gegen Brasilien durchgesetzt.

Die Siegerehrung durch Fifa-Präsident Joseph Blatter und die anschließende Show mit Feuerwerk genossen die Deutschen in vollen Zügen. "Das war unglaublich", beschrieb die mit sechs Treffern zweitbeste Turniertorschützin, Anja Mittag aus Potsdam, die Gänsehaut-Atmosphäre. "Unser Ziel war Platz eins bis vier. Jetzt sind wir Weltmeisterinnen und somit die Besten. Ich bin stolz auf meine Mannschaft", sagte Silvia Neid, die neben der guten Fitness den "Teamgeist" und den unglaublichen Siegeswillen hervor hob.

Die derzeitige Dominanz der deutschen Damen in der Weltspitze führt die 40 Jahre alte Assistentin von Bundestrainerin Tina Theune-Meyer nicht zuletzt auf das vorbildliche DFB-Ausbildungssystem und die ständigen Wettbewerbe in Bundesliga, Pokal, Länderpokal und Länderspielen zurück. "Die Titel mit der U 19 sind gar nicht so wichtig. Unser Ziel ist, möglichst viele Spielerinnen aus dem Nachwuchsbereich für die A-Nationalelf auszubilden." Hier liegt wohl der entscheidende Unterschied zu den Männern. Denn anders als in der Frauen-Bundesliga dominieren in der deutschen Eliteliga meistens die ausländischen Profis.

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