DFB-Mannschaftskoch Stromberg
Kein Cybersex auf dem Teller

Einen Sieg kann der DFB bei der EM schon vermelden: Holger Stromberg ist Mannschaftskoch. Sein Denken und Handeln passt perfekt zum erfolgreichen Konzept der Nationalmannschaft. Wie der Sternekoch das Optimale aus dem Körper eines Leistungssportlers herausholt.

Sein Herz schlägt für Schalke. Da gibt es kein Vertun. Zweimal im Jahr geht er in die Arena und bangt mit den Königsblauen. Dann fühlt es sich an wie früher, als er noch jung war. Besser gesagt jünger. Denn als Holger Stromberg im Jahr 1994 einen Michelin-Stern bekam, war er bis zu diesem Zeitpunkt der jüngste Koch Deutschlands, der diese Auszeichnung an der Eingangstür seines Restaurants anbringen durfte.

Überraschend kam die Ehrung nicht. Das Kochen war seine Passion. Heute ist er 36 Jahre jung und gehört seit August 2007 als Mannschaftskoch und Ernährungsberater dem Betreuerteam der Deutschen Fußballnationalmannschaft der Herren an.

Der immer noch ungeheuer jugendlich wirkende Westfale stammt aus einer Familie mit mehr als 200 Jahren Gastronomie-Tradition. Küche und Fußball gehörten seit Kindertagen zusammen: Das Gasthaus seines Vaters war Vereinslokal des Bezirksligisten VfB Waltrop. Stromberg erinnert sich, wie sich die Spieler dort mit Bockwurst und Bier stärkten. Und er war verdammt stolz, ihnen ein schön heraus gebackenes Wiener Schnitzel servieren zu dürfen.

Der Speiseplan für Leistungssportler hat sich inzwischen gründlich verändert. Der Zusammenhang zwischen gesunder Ernährung und Leistungsfähigkeit ist hinlänglich bekannt: Qualität, Frische und Respekt – das sind für Holger Stromberg die wichtigsten Faktoren für die Auswahl und Zubereitung der Produkte.

Mit dem Dreiklang erreicht er das Optimale für den Körper. Gesunde Ernährung ist für den Koch nicht nur Wohlfühlfaktor, sondern eine Art Medizin. Was die Fußballer freilich nicht merken, die Bulgur-Kartoffel-Kugeln oder Mini-Pizzen mit roh mariniertem Lachs verzehren. Experimentiert wird in Maßen: "Ein ganzes Menü aus der Molekularküche ist wie Cybersex", so Stromberg. "ich stehe mehr auf Sex mit anfassen."

Der DFB hat sich – unter anderem auf Initiative von Team-Manager Oliver Bierhoff – für Holger Stromberg entschieden, weil sein Denken und Handeln sehr viele Gemeinsamkeiten aufweist zum erfolgreichen Konzept des ehemaligen Nationaltrainers Jürgen Klinsmann, das nun von Jogi Löw weiter geführt wird.

"Ich war und bin ein Fan von Jürgen Klinsmanns Philosophie", bekennt der umtriebige Herdakrobat. "Die Welt des Fußballs und des Kochens weisen viele Parallelen auf. Fans - oder auch Gäste - erwarten immer Leidenschaft und ein Feuerwerk."

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