Archiv
DFB-Pokal: 15 Bundesligisten definitiv weiter

Die Mehrzahl der deutschen Eliteclubs haben ihre Erstrunden-Aufgabe im DFB-Pokal mehr oder weniger souverän erledigt. Aus der Fußball-Bundesliga blamierten sich lediglich der Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach.

dpa DÜSSELDORF. Die Mehrzahl der deutschen Eliteclubs haben ihre Erstrunden-Aufgabe im DFB-Pokal mehr oder weniger souverän erledigt. Aus der Fußball-Bundesliga blamierten sich lediglich der Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach.

Auch der VfL Wolfsburg schied trotz eines 3:0 bei den Amateuren des 1. FC Köln frühzeitig aus. Die Wolfsburger hatten den nicht spielberechtigten Marian Hristow eingesetzt.

Für den HSV war nach dem Ausscheiden im UI-Cup und zwei Bundesliga-Niederlagen zum Auftakt der neuen Saison sogar der ambitionierte Regionalliga-Zweite SC Paderborn 07 eine Nummer zu groß. HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann gestand seinen Frust nach dem bitteren 2:4 offen ein, wollte jedoch keine Trainerdiskussion lostreten: "Das wäre albern. Ich gehe ganz schwer davon aus, dass Klaus Toppmöller unser Trainer bleibt."

Doch der Coach wirkt angeschlagen und verbreitete nach der Schlappe der Hanseaten, die trotz 2:0-Führung nach der Roten Karte für Emile Mpenza (37.) auf die Verliererstraße gerieten, eher halbherzig eine optimistische Grundstimmung. "Ich kann nur meine Arbeit anbieten und werde mich für den Club zerreißen", sagte Toppmöller, für den das Heimspiel gegen Aufsteiger 1. FC Nürnberg am kommenden Bundesliga-Spieltag wohl schon die letzte Bewährungsprobe ist.

Dem Jubel über den 3:0-Erfolg des VfL Wolfsburg bei den Amateuren des 1. FC Köln folgte Minuten später die Ernüchterung. Mit Hristow hatte der VfL einen Spieler eingesetzt, der im Pokalfinale 2003 - damals noch für den 1. FC Kaiserslautern - die Rote Karte gesehen hatte und anschließend für drei Cup-Partien gesperrt worden war. In der vergangenen Pokalrunde war Lautern bereits in der ersten Runde ausgeschieden. Das DFB-Sportgericht hatte in einem schriftlichen Einzelrichter-Verfahren noch am Tag des Spiels entschieden, dass die Partie für die Kölner Amateure gewertet wird. "Ich nehme die Schuld auf mich", hatte Wolfsburgs Manager Peter Pander schon vor der Entscheidung gesagt.

Die besseren Nerven hatten die Amateure des deutschen Rekordmeisters Bayern München beim 7:6-Erfolg im Elfmeterschießen gegen Borussia Mönchengladbach. Den entscheidenden Strafstoß hielt Bayerns Profi-Keeper Michael Rensing gegen Enrico Gaede. Nationalspieler Christian Ziege sah auf Gladbacher Seite in der Verlängerung die Gelb-Rote Karte. Nach regulärer Spielzeit und der Verlängerung hatte es 1:1 gestanden.

Cup-Verteidiger und Meister Werder Bremen hatte beim vom ehemaligen Werder-Profi Mario Basler betreuten Zweitliga-Absteiger SSV Jahn Regensburg (2:0) wesentlich mehr Mühe als Bayern München beim überforderten Verbandsligisten TSV Völpke aus Sachsen-Anhalt. Dank des überragenden Roque Santa Cruz, der gleich vier Mal traf, gewann die Elf von Trainer Felix Magath vor 20 728 begeisterten Zuschauern im ausverkauften Paul-Greifzu-Stadion von Dessau mit spielerischer Leichtigkeit 6:0.

Eine eindrucksvolle Vorstellung zeigte der 1. FC Kaiserslautern beim 15:0-Kantersieg beim FC Schönberg, der seiner Rolle als "Pokalschreck" diesmal nicht gerecht werden konnte. Vor allem Carsten Jancker, der mit seinem neuen Club in der Bundesliga zuvor zwei bittere Niederlagen kassiert hatte, schoss sich mit sechs Toren beim mecklenburgischen Oberligisten den Frust von der Seele.

Ebenfalls souverän gewannen der VfB Stuttgart (6:0 beim Süd-West-Oberligisten TuS Mayen), der VfL Bochum (3:1 bei Fortuna Düsseldorf), der FC Schalke 04 (2:0 bei Hertha BSC Amateure) und der SC Freiburg, der den ehemaligen Pokalfinalisten 1. FC Union Berlin mit 4:0 auf eigenen Platz ausschaltete. Mit 3:0 setzte sich Hannover 96 beim VfR Neumünster durch. Bundesliga-Neuling FSV Mainz 05 ließ beim 5:2 auf fremdem Platz über den VfR Aalen nichts anbrennen.

Borussia Dortmund hätte seine 15 Jahre währende Pokal-Pleitenserie beinahe auch beim Vorjahres-Halbfinalisten VfB Lübeck fortgesetzt. Doch Sunday Oliseh (8.) verhinderte vor 16 800 Fans mit einem Freistoßtor zum knappen 1:0 ein neues "Wunder an der Lohmühle".

Einer Blamage entgingen Bayer Leverkusen (3:1 bei den Amateuren von Mainz 05), der 1. FC Nürnberg (2:1 beim Verbandsligisten FC Teningen), Hansa Rostock mit dem mühevollen 2:1 bei der TSG Hoffenheim sowie Aufsteiger Arminia Bielefeld beim viertklassigen sächsischen Pokalsieger VFC Plauen. Auch Hertha BSC drohte beim 1:0 über den bayrischen Oberligisten TSV Aindling eine peinliche Pleite, doch mit seinem Treffer vier Minuten vor dem Ende brachte Andreas Neuendorf die Berliner in die nächste Runde.

Dort kommt es gleich zu drei Erstliga-Duellen. Titelverteidiger Werder Bremen erwartet Bayer Leverkusen, während der FC Schalke 04 beim 1. FC Kaiserslautern antreten und der SC Freiburg zu Hause gegen den Uefa-Cup-Teilnehmer VfL Bochum ran muss.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%