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DFB-Pokal: Schaaf will «etwas Einmaliges»

Berlin (dpa) - Die Vorbereitung war reichlich verkorkst. Doch nach zwei peinlichen Punktspiel-Pleiten und dem Prämienstreit will Werder Bremens Meister-Trainer Thomas Schaaf mit einem Sieg im Pokalfinale gegen Fußball-Zweitligist Alemannia Aachen das «Double» feiern.

Berlin (dpa) - Die Vorbereitung war reichlich verkorkst. Doch nach zwei peinlichen Punktspiel-Pleiten und dem Prämienstreit will Werder Bremens Meister-Trainer Thomas Schaaf mit einem Sieg im Pokalfinale gegen Fußball-Zweitligist Alemannia Aachen das «Double» feiern.

«Wir können etwas erreichen, was es bei Werder noch nie gegeben hat», lautet die Motivation von Schaaf. Allerdings sind die Aachener wild entschlossen, sich nach dem verpassten Aufstieg in Berlin den Frust von der Seele zu schießen und erneut den Favoritenschreck zu spielen.

«Die haben im Pokal fabelhafte Leistungen gezeigt», warnte Schaaf vor dem Außenseiter und verwies auf die Aachener Erfolge gegen Bayern München und Borussia Mönchengladbach. Das müsse im Kopf bleiben, warnte der Coach seine Spieler, nicht das Scheitern der Alemannia im Kampf um den Bundesliga-Aufstieg. «Bei mir steckt die Enttäuschung noch drin. Wir hatten eine einmalige Chance. Ich hoffe, wir können in Berlin unseren Rücken wieder gerade machen», kündigte Aachens niederländischer Angreifer Erik Meijer eine Trotzreaktion an.

Schaaf fordert von seinen Spielern wieder die Konzentration, die das Team zuletzt bei den Bundesliga-Niederlagen gegen Bayer Leverkusen und Hansa Rostock vermissen ließ. «Nach dem Spiel in München ist so viel auf uns zugekommen, das mussten wir erst verarbeiten. Es hat etwas stattgefunden, was es in Bremen noch nie gegeben hat», beschrieb er die Feiern, die bei einem Erfolg in Berlin noch einmal übertroffen werden könnten. Mindestens 10 000 Menschen werden bei der Live-Übertragung am Samstag auf dem Domshof erwartet, mindestens drei Mal so viele vor dem Rathaus, wenn es im Fall des Pokalsieges einen erneuten Senatsempfang gibt.

Schaaf ist davon überzeugt, dass sein Team nach zwei bedeutungslosen Partien mit Testspiel-Charakter problemlos wieder umschalten kann. «Wenn es drauf ankam, war die Mannschaft immer voll da», betonte der Werder-Coach. Auch der Streit um die Meisterprämien soll abgehakt sein: «Es ist ein Kompromiss gefunden worden, und damit ist Schluss.» Für die Mannschaft verspricht Torwart Andreas Reinke volle Konzentration: «Wir können Geschichte schreiben, deswegen wird sich jeder voll reinhängen.»

«Wir sind Außenseiter, aber in Berlin können wir ganz anders auftreten als beim 0:1 in Karlsruhe», sagte Aachens Trainer Jörg Berger. Der 59-Jährige will Entgangenem nicht nachtrauern, «sondern nur nach vorn schauen und so positiv auftreten, dass wir das Unmögliche schaffen». Für den scheidenden Kapitän Karlheinz Pflipsen, dessen Vertrag am Tivoli nicht verlängert wird, soll das Finale zum grandiosen Lebewohl werden: «Ich freue mich auf dieses Endspiel, das insgesamt dritte meiner Laufbahn. Vielleicht ist es sogar mein letztes, deshalb freue ich mich ganz besonders darauf.»

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