DFB-Sitzung
Kampf um Sponsoren

Für reichlich Zündstoff ist gesorgt. Bei der ersten Sitzung der DFB-Spitze mit der von Karl-Heinz Rummenigge angeführten "Arbeitsgruppe Nationalmannschaft" der Profi-Vereine dürfte es an diesem Mittwoch in Frankfurt am Main vor allem beim Thema Sponsoren und Persönlichkeitsrechte hitzig zugehen.

p>HB/dpa MÜNCHEN. "Das ist der Punkt, der uns am meisten Sorgen bereitet. Denn Sponsoring ist das einzige, das momentan finanzielle Zuwächse für die Vereine verspricht", sagte Rummenigge am Dienstag. Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München verlangt vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) mehr Rücksichtnahme gegenüber den Vereinen, die sich durch den Verband in diesem Punkt "kanibalisiert" fühlen.

Für den FC Bayern geht es schon zuvor in internen Beratungen mit der DFB-Spitze um Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder um viel Geld. Denn der deutsche Rekordmeister will im "Fall Deisler" endlich eine finanzielle Entschädigung durch den Verband erzielen, weil sich der ehemalige Berliner am 18. Mai im Länderspiel gegen Österreich (6:2) erneut schwer am rechten Knie verletzt hatte. Die DFB-Versicherung für Nationalspieler zahlt den Bayern nur 7500 ? pro Pflichtspiel, das Deisler verpasst. "Der finanzielle Schaden ist schon sehr stolz, und ihn hat exklusiv Bayern München", erklärte Rummenigge. "Man muss versuchen, hier eine faire Lösung zu finden." Rummenigge wollte zwar keine Zahlen nennen, der Schaden liege aber in Millionen-Höhe.

Der DFB will Deislers Gehalt für die Ausfallzeit auf keinen Fall komplett übernehmen und zudem keinen Präzedenzfall schaffen. Die Vereine wiederum wollen in der offiziellen Sitzung auch darüber beraten, wie in Zukunft seitens des DFB die "Versicherungsleistungen optimiert werden können", so Rummenigge. Grundsätzlich bezeichnet er den DFB gegenüber anderen Verbänden als vorbildlich: "Der DFB hat wenigstens eine Versicherung. Wenn sich zum Beispiel einer unserer französischen Nationalspieler bei einem Länderspiel verletzt, ist er nicht versichert", erläuterte der Vorstands-Chef des FC Bayern.

Mit harten Bandagen wollen die Ausschuss-Mitglieder - neben Rummenigge noch Michael Meier (Borussia Dortmund), Reiner Calmund (Bayer Leverkusen) und Dieter Hoeneß (Hertha BSC) - beim Thema Sponsoring für die Interessen der Vereine kämpfen. In Zeiten spürbar sinkender Fernseh-Einnahmen ist der DFB mit seinem Top-Werbeträger Nationalmannschaft mehr denn je zuvor zu einem Konkurrenten geworden. "Der DFB ist wirtschaftlich in einer so kommoden Position, dass er Rücksicht auf die Vereine nehmen kann", meint Rummenigge. Allein die Fernseh-Einnahmen aus den Länderspielen, die mehr als 30 Mill. ? pro Jahr betragen sollen, seien so hoch, dass der Verband "nicht auf Einnahmen jedes Sponsoring-Vertrages angewiesen ist".

Es geht auch um die Persönlichkeitsrechte der Spieler. Den Clubs ist es ein Dorn im Auge, wenn zum Beispiel Torhüter Oliver Kahn als Nationalspieler für den DFB-Sponsor Mercedes wirbt, während er als Angestellter des FC Bayern Audi fährt. "Die Spieler sind Angestellte der Clubs. Zumindest durch Sponsoring-Maßnahmen dürfen die Vereine vom DFB nicht kanibalisiert werden", fordert Rummenigge.

Der DFB ist bei dem heiklen Thema juristisch im Vorteil. Der Verband kann auf den am 30. September 2001 in Mainz geschlossenen Grundlagenvertrag zwischen DFB und Ligaverband verweisen. Dort ist die Übertragung der Persönlichkeitsrechte der Nationalspieler an den DFB in Paragraf sieben festgeschrieben worden. "Mit Paragrafenreiterei kommen wir aber nicht weiter", sagt Rummenigge.

Kaum noch strittig scheint das Thema Konföderationen-Pokal. Der Weltverband (FIFA) wünscht eine Teilnahme der deutschen Mannschaft im kommenden Jahr in Frankreich. Neben den Vereinen lehnt aber auch DFB - Teamchef Rudi Völler diese ab. Denn das sportlich umstrittene Turnier findet vom 18. bis 29. Juni 2003 statt. Dann wollen und sollen Kahn nach einer strapaziösen Saison Urlaub machen.

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