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DFB sucht Trainer im AuslandDPA-Datum: 2004-07-14 13:44:28

Frankfurt/Main (dpa) - Erstmals in seiner 104-jährigen Geschichte erwägt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Einstellung eines ausländischen Bundestrainers.

Frankfurt/Main (dpa) - Erstmals in seiner 104-jährigen Geschichte erwägt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Einstellung eines ausländischen Bundestrainers.

«Die Tendenz geht dahin, dass es ein Ausländer wird», verkündete Franz Beckenbauer im Anschluss an die Sitzung der Trainerfindungskommission (TFK) in der «Bild»-Zeitung und bestätigte damit, dass der DFB die verzweifelte Suche nach einem Nachfolger von Rudi Völler über die Grenzen hinweg ausweitet.

Zwar zählen deutsche Trainer zu den besten der Welt und gelten seit Jahren als Exportschlager. Doch für den vakanten Posten des Bundestrainers sind die meisten offenbar nicht gut genug. Seit den Absagen der Wunschkandidaten Ottmar Hitzfeld und Otto Rehhagel werden an erster Stelle die Namen von Guus Hiddink (PSV Eindhoven), Morten Olsen (Nationalcoach Dänemark) und auch Arsene Wenger (Arsenal London) gehandelt. «Wir haben uns auf einen Arbeitsplan verständigt. Möglich, dass schon am Mittwoch oder Donnerstag erste Resultate vermeldet werden können», sagte Beckenbauer.

Alle Kandidaten stehen jedoch unter Vertrag, was die Verhandlungen erschweren dürfte. «Wir haben uns über das Verfahren verständigt. Die Gespräche laufen jetzt an», erklärte Liga-Präsident Werner Hackmann. Noch nie hat der DFB das höchste Traineramt im Lande an einen Ausländer vergeben. Doch die Pleitenserie in den vergangenen Wochen hat die Verantwortlichen zum Umdenken gezwungen. Nun wird in der TFK ein Modell favorisiert, das in anderen Ländern längst erfolgreich praktiziert wird.

Bei der Europameisterschaft führte Otto Rehhagel die Griechen zum sensationellen Titelgewinn, der Basilianer Luis Felipe Scolari erreichte mit Gastgeber Portugal das Finale. Selbst das Mutterland des Fußballs brach vor zwei Jahren mit den über ein Jahrhundert alten Traditionen - seither schwingt mit dem Schweden Sven-Göran Eriksson erstmals kein Brite das Zepter als Nationalcoach.

In Deutschland waren ausländische Fachkräfte bislang nur auf Vereinsebene gefragt. Trainer wie Ernst Happel (Hamburger SV), Branco Zebec und Giovanni Trapattoni (beide Bayern München) feierten mit ihren Mannschaften auf nationaler und internationaler Ebene große Erfolge. Derzeit sind in der Bundesliga mit dem Niederländer Bert van Marwijk (Borussia Dortmund), dem Belgier Erik Gerets (VfL Wolfsburg) und dem Österreicher Kurt Jara (1. FC Kaiserslautern) drei Ausländer beschäftigt.

Der DFB hat dagegen über Jahrzehnte hinweg aus dem eigenen Reservoir geschöpft. Seit 1947 wurden an der Sporthochschule in Köln über 1200 Fußball-Lehrer ausgebildet. Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hat die DFB-Kurse als höchste Stufe der Uefa-Trainerausbildung anerkannt. Entsprechend gefragt sind die Absolventen - national wie international. Doch für die Nationalmannschaft reichte es oftmals nicht.

In Krisenzeiten hat der DFB in der jüngsten Vergangenheit daher lieber auf erfolgreiche Ex-Profis ohne Trainer-Lizenz gesetzt. Das war so bei Franz Beckenbauer, der 1984 das Amt von Jupp Derwall übernahm, und auch bei Rudi Völler, der 2000 Erich Ribbeck nachfolgte. Vielleicht kommt es aber doch noch zu einer deutschen Trainer-Lösung, sollte sich Ottmar Hitzfeld von Beckenbauer zu einem Engagement ab Januar 2005 überreden lassen. Der ehemalige Bayern - Coach steht auf dem Wunschzettel des «Kaisers» weiter ganz oben.

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