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DFB-Team gewinnt Benefiz-Länderspiel in Iran

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat sich auch von 110 000 Zuschauern im Hexenkessel von Teheran nicht einschüchtern lassen und den unter Jürgen Klinsmann eingeschlagenen Erfolgsweg fortgesetzt.

dpa TEHERAN. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat sich auch von 110 000 Zuschauern im Hexenkessel von Teheran nicht einschüchtern lassen und den unter Jürgen Klinsmann eingeschlagenen Erfolgsweg fortgesetzt.

Beim 2:0 (1:0) im Benefiz-Länderspiel für die Erdbeben-Opfer von Bam gegen den Iran erzielten der Bremer Fabian Ernst (5.) und der Wolfsburger Thomas Brdaric (53.) die Treffer für den herzlich empfangenen Vize-Weltmeister. Den Sieg im ausverkauften Azadi-Stadion verdankt das DFB-Team aber auch seinem glänzend haltenden Torhüter Jens Lehmann, der der Kampfansage an den Rivalen Oliver Kahn Taten folgen ließ. Für den neuen Bundestrainer Klinsmann war es vor der sechstgrößten Kulisse beim Auftritt einer DFB-Auswahl überhaupt der zweite Sieg in seiner dritten Partie.

"Mit 2:0 vor dieser Kulisse nach Hause zu fahren, ist ein tolles Erlebnis. Wir haben eine unheimliche Qualität in dieser Truppe, da wächst etwas Besonderes zusammen", lobte Klinsmann sein junges Team - und hob auch Lehmann hervor. "Er hat uns mehrfach vor dem Ausgleich bewahrt". Der Kampf um die Nummer 1 sei "ein Luxusproblem." Auch Kapitän Michael Ballack war zufrieden. "Es war ein schweres Spiel, vor allem wegen der Atmosphäre. Die Mannschaft hat sich sehr gut geschlagen, zumal es eine sehr junge Mannschaft war. Aber die Jungen haben gezeigt, dass sie vor so einer Kulisse bestehen können."

Das 749. deutsche Länderspiel, bei dem überraschend Brdaric im Sturm den Vorzug vor Gerald Asamoah erhielt, begann aus deutscher Sicht optimal. Gleich den ersten Angriff schloss der für den verletzten Torsten Frings im defensiven Mittelfeld zum Zuge gekommene Ernst mit einem platzierten 18-m-Schuss mit dem frühen 1:0 ab. "Es war eine Riesen-Atmosphäre, einmalig und ein besonderes Spiel, zumal ich auch zum ersten Mal getroffen haben. Schöner hätte es kaum laufen können", sagte der Bremer erfreut.

Der dreimalige Asienmeister wäre durch Ali Reza Nikbakht (11.) zwar fast prompt zum Ausgleich gekommen. Aber er verzog wie auf der Gegenseite Bernd Schneider (13.) knapp. Die Deutschen versäumten es, Treffer nachzulegen. Der agile Schneider (19.) scheiterte ebenso am aufmerksamen Ebrahim Mirzapur wie Miroslav Klose, der nach toller Vorarbeit von Sebastian Deisler freistehend vergab (22.). Da sich der lange kaum zu sehende Ballack & Co. in der Folge das Spiel mehr und mehr aus der Hand nehmen ließen, wurden die begeistert angefeuerten Hausherren brandgefährlich: Vor allem, wenn Spielmacher Ali Karimi oder HSV-Profi Mehdi Mahdavikia am Ball waren.

Hossein Kaabi (27.) und Mohammad Nosrati (32.) hätten gegen die nicht sattelfeste deutsche Hintermannschaft, in der vor allem die Youngster Robert Huth und Philipp Lahm große Probleme offenbarten, egalisieren können. Anschließend bewahrte allein der diesmal für Kahn (schöpferische Pause) im Tor stehende Lehmann seine Elf vor dem Ausgleich. Gegen Hashemian (36.), den frei vor ihm auftauchenden Karimi (40.) und Nekunam (42.) parierte er glänzend.

Nach der Halbzeitpause, in der DFB-Chef Gerhard Mayer-Vorfelder den Iranern zum Wiederaufbau einen Scheck über eine Million Euro überreichte, ließ es sich für die DFB-Elf erneut glänzend an. Nach Andreas Görlitz' Maßflanke köpfte auch Brdaric seinen ersten Länderspiel-Treffer für die deutsche Mannschaft, die nun weitaus entschlossener zu Werke ging und in der nun auch Kapitän Ballack auffälliger agierte. Klinsmann brachte mit Thomas Hitzlsperger (68.) und Per Mertesacker (82.) noch die Länderspiel-Debütanten vier und fünf seiner Ära ins Team, das die nach dem 0:2 konsternierten und auch kräftemäßig nachlassenden Iraner nun eindeutig beherrschte.

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