DFL-Mitgliederversammlung
Kirch-Zahlung an Bundesliga offenbar gesichert

Trotz der Insolvenz der KirchMedia geht die Deutsche Fußball-Liga (DFL) nach wie vor von der Zahlung der im Mai fälligen Rate in Höhe von 100 Millionen Euro aus.

sid FRANKFURT/MAIN. Zugleich wird die DFL für die neue Saison ab sofort Sondierungsgespräche mit anderen TV-Rechteverwertern führen. Dieses Zwischenergebnis gab die DFL nach einem Gespräch mit dem Kirch-Insolvenzverwalter Michael Jaffe sowie der Vollversammlung der 36 Bundesligisten und Zweitligisten am Donnerstag in Frankfurt/Main bekannt.

Eine Entscheidung, ob Kirch den Vertrag für die kommende Saison einhalten kann, soll im Mai fallen. "Wir müssen jetzt in die Pedale treten, um mit möglichen neuen Vertragspartnern zu sprechen, falls Kirch den Vertrag nicht einhalten wird", erklärte DFL-Geschäftsführer Wilfried Straub. Eine Prioritätenliste sei allerdings nicht verabschiedet worden: "Wir werden aber keinen Gesprächspartner ausschließen", sagte Straub. Der Vertrag zwischen der DFL und Kirch gilt eigentlich bis 2004. Die Rechte würden im Falle einer Rückgabe durch Kirch aber wieder an die DFL gehen.

Vor den künftigen Gesprächen mit den möglichen neuen TV-Vertragspartnern - als Favorit wird die ARD gehandelt - sieht DFL-Chef Werner Hackmann die Bundesliga weiterhin in einer guten Verhandlungsposition. "Wir gehen mit Selbstbewusstsein in die Gespräche und sind der Überzeugung, dass unser Produkt sein Geld wert ist. Das lassen wir uns nicht kaputt reden", erklärte Hackmann.

Zugleich soll das laufende Lizenzierungsverfahren für die kommende Spielzeit trotz der Kirch-Krise unverändert fortgesetzt werden. Den in der Öffentlichkeit auf harsche Kritik gestoßenen Vorschlag, staatliche Bürgschaften in Anspruch zu nehmen, lehnten die Bundesliga-Vertreter ab. "Kein Manager hat darüber nachgedacht, auf Bürgschaften vom Bund zurückzugreifen. Jeder, der auch nur die Idee hätte, dass der Steuerzahler Fußball-Millionäre unterstützt, gehört eingesperrt", sagte Bayer Leverkusens Manager Reiner Calmund.

Calmund hält eine Kürzung der Spielergehälter bei aktuellen Verträgen als Folge möglicher geringerer TV-Einnahmen allerdings für unwahrscheinlich. "Die Spieler könnten dann doch sofort kündigen und nach Italien, Spanien oder England gehen. Dort wäre ich zwar der Volksheld, aber bei uns würde ich zum Vollidioten gekürt", sagte Calmund. In Zukunft fordert Bayers Macher aber: "Runter mit den Gehältern. Runter mit den Transferleistungen, damit die Wahnsinnskosten runter gehen."

Unterdessen hat sich Gerhard Mayer-Vorfelder, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), beruhigt über die offensichtlich gesicherte Kirch-Rate für diese Saison gezeigt. "Es ist wichtig, dass die Zahlung kurzfristig gesichert ist. Darüber zu spekulieren, ob in Zukunft weniger bezahlt wird, hat keinen Zweck", erklärte "MV" und fügte an: "Jetzt brauchen wir eine möglichst rasche Entscheidung, wie es in der kommenden Saison weitergeht."

Trotz der Krise beim Pay-TV-Sender Premiere will Hackmann in Zukunft weiterhin auf einen "gesunden Mix aus Free-TV und Bezahlfernsehen" setzen. "Man wird noch sehen, dass Pay-TV in Verbindung mit der Bundesliga ein Kronjuwel ist", sagte Hackmann. Vor den bevorstehenden Verhandlungen mit neuen Rechte-Verwertern machte Straub zudem deutlich, dass die DFL künftig auch auf eine Eigenproduktion setzen wird. "Mit Blick auf die jüngste Angst vor schwarzen Bildschirmen ist es wichtig, dass wir selbst die Bundesliga-Übertragung sicherstellen können", sagte Straub.

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