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DFL nach China auch mit Japan im Geschäft

Viele klagen über die Asien-Reise der deutschen Nationalmannschaft, doch den Machern der Deutschen Fußball-Liga (DFL) passt sie bestens ins Konzept.

dpa YOKOHAMA. Viele klagen über die Asien-Reise der deutschen Nationalmannschaft, doch den Machern der Deutschen Fußball-Liga (DFL) passt sie bestens ins Konzept.

Denn in einer konzertierten Aktion mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB), den Bundesligavereinen und global operierenden deutschen Wirtschaftsunternehmen wie dem Auto-Konzern Volkswagen oder dem Chemie-Riesen Bayer will der Liga-Verband auf dem Wachstumsmarkt Asien endlich in ernsthafte Konkurrenz zu Engländern, Italienern und Spaniern treten und neue Geldquellen erschließen.

Nach der bereits fixierten Kooperation mit China hat sich die DFL-Führung am Rande des ersten Länderspiels zwischen Japan und Deutschland in Yokohama mit der japanischen J-League auf eine ähnliche Zusammenarbeit verständigt. "Wir haben vereinbart, nicht nur unsere Fernsehpräsenz in Japan zu verstärken, sondern auch das Auftreten deutscher Mannschaften. Wer im asiatischen Markt Fuß fassen will, muss sich dort auch blicken lassen", erklärte DFL - Präsident Werner Hackmann.

Schon in der kommenden Saison sollen der deutsche Meister und der DFB-Pokalsieger in Japan gegen die dortigen Titelträger antreten. In China wird im Dezember 2006 zusätzlich zu den Club-Vergleichen die Nationalmannschaft ein Länderspiel bestreiten. Das Projekt "Go East" war bereits auf der letzten Manager-Tagung der Proficlubs abgesegnet worden. Im kommenden Frühjahr will die DFL mit Bundesliga-Machern wie Karl-Heinz Rummenigge nach China reisen, um die Details zu verabreden. Neben Bayern München (Hackmann: "Da ist das ein Selbstgänger") wollen auch der VW-Club VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen mit dabei sein, denn für deren Hauptsponsoren ist China ein wichtiger Markt. "Wir wollen einen Link zwischen Fußball und Wirtschaft schaffen", erläuterte Hackmann.

Nach dem Zusammenbruch des Kirch-Imperiums und dem daraus resultierenden Einbruch der TV-Einnahmen haben die Vereine die Notwendigkeit für den Aufbruch in neue Märkte erkannt. "Es ist die Erkenntnis gereift, dass man nicht nur in Deutschland Geld verdienen kann, sondern auch Geld im Ausland verdienen muss", bemerkte Hackmann.

In Asien muss die Bundesliga Versäumnisse nachholen. Während die englische Premier League dort zehn Mill. Euro für ihre TV-Rechte erlöst, kommt die Bundesliga nur auf einen Bruchteil. Aus China, wo wöchentlich zwei Punktspiele live im Free-TV übertragen werden, fließen derzeit 600 000 Euro pro Jahr. In Japan ist die Bundesliga lediglich im wenig beachteten Pay-TV zu verfolgen.

Das Interesse der Fußball-Fans in Asien und damit die Einnahmen ließen sich am besten dadurch steigern, dass neben Naohiro Takahara (Hamburger SV) auch andere Söhne Nippons in die Bundesliga wechseln. "Wenn mehr Japaner in Deutschland spielen würden, wäre das das beste Verkaufsargument", meinte Hackmann.

Zugleich müssten die Vereine die Scheu vor strapaziösen Reisen nach Fernost ablegen, forderte der DFL-Chef: "Wir müssen sie davon überzeugen, dass es sich lohnt, vier Tage für eine Asien-Reise zu investieren und dafür drei Spiele in Itzehoe, Heide und Neumünster sausen zu lassen. Wenn diese Bereitschaft nicht da ist, kann man das ganze Geplapper vom Eintritt in den asiatischen Markt vergessen."

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