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DFL rechnet mit Vertragserfüllung durch Kirch-Media

Die Deutsche Fußball-Liga geht trotz der Insolvenz der Kirch-Media vorerst davon aus, dass das Münchener Medienunternehmen den Vertrag über die Bundesliga-Übertragungsrechte weiter erfüllt.

Reuters FRANKFURT. Die Fußball-Liga habe bisher keine Anzeichen, dass der bis 2004 laufende Vertrag nicht erfüllt werden solle, sagte DFL-Sprecher Tom Bender am Mittwoch in Frankfurt. Alle öffentlichen Äußerungen von Unternehmensvertretern deuteten darauf hin, dass die KirchMedia den Vertrag einhalte. Medienberichte über einen angeblichen Geheimplan zur Neuvergabe der TV-Rechte wies er zurück. Alternative Verwertungsszenarien würden erst dann Sinn machen, wenn die Kirch-Media ihren Vertrag aufgebe.

Die DFL werde demnächst mit den neuen Verantwortlichen bei Kirch-Media über die neue Situation sprechen, kündigte Bender an. Einen Termin für ein Treffen gebe es allerdings noch nicht. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte die Fernsehübertragungsrechte für die Bundesliga-Spiele von 2000 bis 2004 Medienberichten zufolge für rund 3 Mrd. DM (1,53 Mrd Euro) an Kirch verkauft. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender berichten seither nur noch in Ausschnitten über die Spiele der 1. und 2. Fußball-Bundesliga, während bei SAT 1 und dem Bezahlsender Permiere ausführliche Berichte zu sehen sind.

Die "Bild"-Zeitung hatte am Mittwoch berichtet, in einem Geheimplan habe die Liga bereits ein Szenario für die Neuvergabe der Übertragungsrechte ausgearbeitet, falls die KirchMedia aus dem Vertrag aussteige. Danach solle das Top-Spiel der Woche im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt werden. Als Sender kämen SAT 1 oder RTL in Frage. Acht Fußballspiele sollten wie bisher im Bezahlfernsehen laufen, entweder weiter bei Premiere oder möglicherweise bei der Deutsche Telekom, die die Spiele eventuell auf Handys und Internet-Computer übertragen wolle. Beim Bonner Konzern war dazu zunächst jedoch keine Stellungnahme erhältlich.

Im frei empfangbaren Fernsehen sollten die Wochenend-Spiele zeitnah als Zusammenfassung gesendet werden, berichtete die Zeitung weiter. Als Sender komme die ARD in Frage. ARD-Intendant Fritz Pleitgen halte für die Zukunft sogar eine Sportschau mit Bundesliga wieder für möglich.

Die ARD kündigte unterdessen bereits an, dass sie auch nach der Insolvenz von Kirch-Media keine Möglichkeit sehe, die Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga zurückzubekommen. "Gegenwärtig ist die Bundesliga einfach nicht drin", sagte Pleitgen in einem Interview des "DeutschlandRadio". Die Gebührenmittel seien begrenzt und zusätzliches Geld könne nicht beantragt werden. Ohnehin sei die ARD nicht bereit, die Preise zu zahlen, die in letzter Zeit auf dem Markt üblich seien. "Das ist im übrigen eine Erkenntnis, die ich bei allen Programmverantwortlichen - auch vom ZDF, von RTL und SAT 1 - zu hören bekommen habe: die Preise wären so oder so runter gegangen", sagte Pleitgen.

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