DGB-Chef Schulte verteidigt Streiks
IG-Metall-Vizechef: Abschluss bei 3,8 Prozent denkbar

IG-Metall-Vizechef Jürgen Peters hat für die geplante Verhandlungsrunde in Baden-Württemberg einen Abschluss von 3,8 % ins Gespräch gebracht. Entsprechende Andeutungen machte Peters am Dienstag in einem Interview des Norddeutschen Rundfunks. Bei einer kurzen Vertragslaufzeit von etwa zehn Monaten sei 3,8 % Einkommenszuwachs "relativ viel".

WiWo/ap HAMBURG/BERLIN. Peters betonte, dass weiter gestreikt werde, solange "kein gutes Ergebnis da ist". Der Gewerkschaftsfunktionär bestätigte, dass das Signal für die neue Gesprächsrunde von den Arbeitgebern gekommen sei. Er verteidigte die Entscheidung, dem zuzustimmen, ohne dass die Arbeitgeber ein neues Angebot öffentlich gemacht hätten. "Das muss doch der Arbeitgeber nicht in Mark und Pfennig ausdrücken", sagte Peters.

Klar sei, dass man nur an den Verhandlungstisch gehe, wenn dort ein verbessertes Angebot zur Sprache komme. Die Sondierungsgespräche hätten diese Hoffnung offenbar aufgemacht. Gefragt, ob er konkrete Verhandlungen um einen Abschluss bei 3,8 % bestätigen könne, antwortete Peters: "Das ist eine ganz schwierige Sache." Bei einer Laufzeit von 15 oder gar 18 Monaten sei das relativ wenig. "Wenn Sie 3,8 % auf zehn Monate meinen, dann ist das relativ viel". Der Funktionär betonte, dass es der IG Metall um eine relativ schnelle Einigung gehe. Er habe aber die Befürchtung, "dass es nicht so schnell gehen wird". Die IG Metall hat bisher 6,5 % mehr Lohn gefordert, wogegen die Arbeitgeber zuletzt 3,3 % mehr Geld für 13 Monate sowie eine Einmalzahlung von 190 ? angeboten hatten.

DGB-Chef Dieter Schulte verteidigte unterdessen die Haltung der Gewerkschaften in den andauernden Tarifkonflikten. Die Forderung nach 6,5 % mehr Lohn und Gehalt sei gestellt worden, weil die Unternehmen die Gewinne der vergangenen Jahre nicht in Arbeitsplätze investiert hätten. Diese Gelder seien stattdessen bei den Aktionären gelandet oder in den Unternehmen geblieben, sagte Schulte im Inforadio Berlin-Brandenburg. Verursacher eines Streiks seien nicht die Gewerkschaften, sondern die beharrliche Weigerung der Arbeitgeber, den Gewerkschaften das zu geben, auf das sie einen moralischen Anspruch hätten.

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