DGB warnt vor Sonderkonditionen für Piloten
Lufthansa-Schlichtungsgespräche haben begonnen

Mit einer Forderung von 24 % mehr Gehalt gehen die Piloten in die Schlichtung. Das Angebot der Lufthansa steht bei 13,6 %. Ort und Terminplan des Treffens mit dem Schlichter Genscher bleiben geheim.

ap FRANKFURT/BERLIN. Die Schlichtungsgespräche im festgefahrenen Lufthansa-Tarifstreit haben begonnen. Wie eine Unternehmenssprecherin am Montag sagte, sollten Ort und Terminplan aber geheim bleiben. Auch die Pilotenvereinigung Cockpit und das Büro des Schlichters Hans-Dietrich Genscher wollten keine näheren Angaben machen. Unterdessen warnte der Deutsche Gewerkschaftsbund vor Sonderkonditionen für die Piloten der Lufthansa AG.

Die Verhandlungen zwischen der Fluggesellschaft und der Pilotenvereinigung Cockpit waren vergangenen Dienstag in der siebten Runde ergebnislos abgebrochen worden. Die Piloten haben inzwischen ihre Forderung nach 35 Prozent mehr Gehalt auf 24 Prozent für ein Jahr heruntergeschraubt. Die Fluggesellschaft offerierte nach eigenen Angaben erneut 13,6 Prozent mehr Gehalt mit vierjähriger Laufzeit plus eine variable Vergütung von zwei Monatsgehältern für das Jahr 2000.

DGB-Vorsitzende warnt vor Aushöhlung des Flächentarifvertrags

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer äußerte am Montag im ZDF-Morgenmagazin Besorgnis über eine mögliche Aushöhlung des Flächentarifvertrags, wenn den Forderungen der Piloten bei den Gesprächen mit Schlichter Genscher nachgegeben werde. Die Gewerkschafterin argumentierte, es sprenge die Solidarität der Beschäftigten, wenn einzelne Berufsgruppen gesonderte Tarifverträge auszuhandeln versuchten.

Gerade diese Solidarität aber hätten die Gewerkschaften auszutarieren. "Auch die Arbeitgeber, die offen nach einer Flexibilisierung der Tarifverträge rufen, sollten in sich gehen und darüber nachdenken, dass sie eine Menge davon haben, wenn die Gewerkschaften versuchen, die Solidarität aufrecht zu erhalten", sagte die stellvertretende DGB-Chefin.

Die Lufthansa-Piloten seien nicht die einzigen, die Anfang der 90er Jahre große Belastungen getragen hätten, um das Unternehmen wieder flott zu machen. Engelen-Kefer betonte, auch Ingenieure, Techniker, Boden- sowie Kabinenpersonal der Fluggesellschaft hätten dazu beigetragen. Cockpit könne also nicht ein "Sonderopfer" für sich reklamieren und daraus Ansprüche ableiten.

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