DGB: Zinspolitik der EZB droht Konjunktur zu bremsen
EZB: Euroland trotzt US-Schwäche

EZB-Präsident Wim Duisenberg läßt den Leitzins unverändert und sieht keine Anzeichen dafür, dass sich der Abschwung in den USA nachhaltig auf Europa auswirkt.

dpa FRANKFURT. Die europäische Konjunktur bleibt nach Ansicht der Europäischen Zentralbank (EZB) ungeachtet der akuten Schwäche in den USA robust. Der Zentralbankrat hält deshalb an seiner Wachstumsprognose von 3 % für 2001 in Euroland fest. Der EZB-Rat sah deshalb auf seiner Sitzung am Donnerstag in Frankfurt keinen Anlass, die Leitzinsen zu senken.

"Es gibt keine Anzeichen, dass der Rückgang des amerikanischen Wirtschaftswachstums nachhaltige Spuren in Euroland hinterlässt", betonte EZB-Präsident Wim Duisenberg. Die hohe Kapazitätsauslastung in der Industrie sowie der ungebrochene Rückgang der Arbeitslosigkeit dürften sowohl die Investitionen als auch den privaten Konsum beflügeln.

Dies sieht der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) anders. DGB-Vorstandsmitglied Heinz Putzhammer sagte in Berlin, wenn die EZB ihre Hochzinspolitik so weiter betreibe, dann werde sie nicht mehr lange von einer "robusten Konjunktur" in der EU sprechen können: "Denn dann wird sie diese Konjunktur abgewürgt haben."

Auch das Reizklima in Europa beurteilt die EZB weiterhin optimistisch. Auf Grund der erhöhten Ölpreise und der Schwäche des Euro in den vergangenen Monaten werde es aber noch einige Zeit dauern, bis die durchschnittliche Inflationsrate in Euroland unter die Toleranzschwelle von 2 % gedrückt werden kann.

Staatshaushalte sollen Inflation stärker bremsen

Im Januar war die durchschnittliche Teuerungsrate bereits auf 2,4 % (Dezember: 2,6 %) zurückgegangen. Mit einer zurückhaltenden Lohnpolitik und einer Mäßigung der öffentlichen Haushalte müsse dieser Prozess unterstützt werden. Die bislang vorgelegten Haushaltspläne einiger Mitgliedsländer der Währungsunion seien in diesem Punkt aber noch nicht ehrgeizig genug, mahnte Duisenberg.

Mit dem aktuellen Kurs des Euro von gut 0,92 Dollar ist die EZB - Spitze durchaus einverstanden. Es bestehe derzeit kein Grund einzugreifen, sagte Duisenberg.

Vorbereitung auf den Euro

Zehn Monate vor dem Umtausch der nationalen Banknoten und Münzen in das neue Euro-Bargeld startet die EZB in allen zwölf Mitgliedsländern der Währungsunion ihre Informationskampagne. Mit dem Slogan "Der Euro. Unser Geld" sollen die rund 300 Mill. Einwohner in Euroland rechtzeitig auf diesen historischen Schritt vorbereitet werden. Die heiße Phase wird allerdings erst im September mit der Präsentation der zahlreichen Sicherheitsmerkmale der Euro-Geldscheine beginnen. In elf Sprachen - auch mit speziellem Angebot für Kinder - informiert die EZB ab sofort im Internet über die Gemeinschaftswährung.

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