Archiv
DHL-Luftdrehkreuz Leipzig - Boomtown Ost hat es wieder geschafft

Die Entscheidung heißt Leipzig. Im Wettkampf um das internationale Logistik-Luftdrehkreuz der Post-Tochter DHL hat die Messestadt das Rennen gemacht. Ein halbes Jahr nach der herben Enttäuschung bei der Bewerbung um die Olympischen Spiele 2012 wird Boomtown Ost wieder seinem Ruf gerecht.

dpa-afx LEIPZIG. Die Entscheidung heißt Leipzig. Im Wettkampf um das internationale Logistik-Luftdrehkreuz der Post-Tochter DHL hat die Messestadt das Rennen gemacht. Ein halbes Jahr nach der herben Enttäuschung bei der Bewerbung um die Olympischen Spiele 2012 wird Boomtown Ost wieder seinem Ruf gerecht. Nach den Aufsehen erregenden Erfolgen in den vergangenen Jahren mit den Werksansiedlungen von Porsche und BMW oder auch der deutschen Strombörse EEX können die Stadtväter mit Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee (SPD) an der Spitze wieder Erfolge feiern. Bis 2008 will das Express- und Logistikunternehmen DHL sein neues Drehkreuz in Betrieb nehmen. Bis zu 10 000 Arbeitsplätze sollen entstehen.

"Ich bin völlig aus dem Häuschen", freut sich Tiefensee für die Region. Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) feiert die Entscheidung als "großen Tag für das Land". Im benachbarten Sachsen- Anhalt nimmt das Kabinett die Nachricht mit großer Freude auf und bietet sofort die erforderlich Zusammenarbeit an.

24-Stunden-Betrieb

Rund 300 Mill. Euro will die Post-Tochter investieren. Bis zum Jahr 2012 entstehen laut DHL rund 3 500 Arbeitsplätze. Weitere 7 000 sind im Umfeld zu erwarten. Die Mitteldeutsche Flughafen AG, zu der der Flughafen gehört, will laut ihrem Vorstandsvorsitzenden Volkmar Stein zusätzlich rund 290 Mill. Euro für den Bau der neuen Start- und Landebahn Süd investieren. Den wesentlichen Anteil trägt der Freistaat Sachsen, der mit 67,06 Prozent Hauptgesellschafter ist.

Wichtigstes Pfund der Sachsen ist der 24-Stunden-Betrieb. Ministerpräsident Milbradt hat sich in Berlin für die Verlängerung der Nachtflugerlaubnis eingesetzt. Schließlich war ein Streit um die Ausweitung der Anzahl von Nachtflüge Hintergrund für den Wechsel der DHL aus Brüssel. Beim Thema Lärmschutz sind die Leipziger um Zusammenarbeit mit der Bevölkerung sehr bemüht.

'SO GUT WIE Jede Auflage Akzeptieren'

Man werde so gut wie jede Auflage akzeptieren, hieß es im Vorfeld der Genehmigung zur Start- und Landebahn Süd, ohne die der Airport nicht internationales Drehkreuz sein kann. Sie soll 2008 fertig sein. Flughafenchef Eric Malitzke kündigte unkomplizierte Verhandlungen mit Grundstückseigentümern an. "Wir suchen den Dialog zu Bevölkerung und werden unser Team dafür aufstocken."

Die für den Lärmschutz veranschlagten 60 Mill. Euro reichen wahrscheinlich nicht aus. Davon geht Stein aus, nachdem das Regierungspräsidium Leipzig an die Genehmigung für die neue Südbahn noch strengere Auflagen geknüpft hat, als man sie sich selbst auferlegt hatte. Die Behörde hat dem Gutachten die Verkehrsprognose für das Jahr 2015 zu Grunde gelegt. Diese geht von 124 552 Flugbewegungen aus. Derzeit sind es rund 40 000.

Einigen Anwohnern scheint das laut Behörde derzeit "weltweit modernste Lärmschutzkonzept" nicht zu genügen. Sie kündigten Klagen vor dem Bundesverwaltungsgericht an. Die Baumaßnahmen werden davon zunächst nicht beeinträchtigt. Ein Baustopp müsste gerichtlich erzwungen werden./

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%