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Di Salvo sichert Rostock 2:0 auf Schalke

Ailton Goncalves da Silva ist binnen weniger Wochen beim FC Schalke 04 vom vermeintlichen Heilsbringer zum Problemfall mutiert. Als der von Werder Bremen verpflichtete Torjäger Sekunden vor dem Pausenpfiff „Rot“ sah, schwanden die Hoffnungen auf ein schönes Fußball-Fest gegen Hansa Rostock auf ein Minimum.

dpa GELSENKIRCHEN. Ailton Goncalves da Silva ist binnen weniger Wochen beim FC Schalke 04 vom vermeintlichen Heilsbringer zum Problemfall mutiert. Als der von Werder Bremen verpflichtete Torjäger Sekunden vor dem Pausenpfiff "Rot" sah, schwanden die Hoffnungen auf ein schönes Fußball-Fest gegen Hansa Rostock auf ein Minimum.

"Das sind Dinge, die passieren können, aber nicht passieren dürfen", kommentierte Trainer Jupp Heynckes den Blackout von Ailton, der sich nach dem bitteren 0:2 gegen die Norddeutschen schuldbewusst und reumütig zeigte. "Das war sch.........", stammelte der 31-Jährige: "Ich war wie ein Amateur, muss mich bei Fans, Verein und Mannschaft entschuldigen."

Nach einem Zweikampf waren dem in dieser Bundesliga-Saison noch torlosen Brasilianer in der 45. Minute aus Frust die Sicherungen durchgebrannt. Erst gab er Joakim Persson einen Klaps auf die Wange, dann watschte er auch den hinzu eilenden Uwe Möhrle ab. Ein Verhalten, das Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) ohne Zögern zu Recht mit der Roten Karte quittierte. Ailton trottete in die Kabine und fuhr anschließend nach Hause. Doch weil er zur Dopingkontrolle ausgelöst wurde, beorderte ihn Team-Manager Andreas Müller flugs wieder zurück ins Stadion.

Dass es keine üble Tätlichkeit, sondern eher ein grob unsportliches Verhalten war, ändert nichts am Urteil, lässt aber auf ein eher geringes Strafmaß hoffen. Zumal Ailton kein Wiederholungstäter ist. "Er hat ja nicht geschlagen", erkannte Manager Rudi Assauer, und fügte hinzu: "Er ist frustriert. Trotzdem muss er sich in der Situation unter Kontrolle haben."

Hatte er aber nicht, und so kam es wie es kommen musste: Nicht "da Silva", sondern di Salvo wurde vor 60 790 Fans in der Arena gefeiert. Hansa-Stürmer Antonio di Salvo hatte bereits in der 33. Minute einen der wenigen Konter erfolgreich abgeschlossen und damit die mangelnde Chancenauswertung der Gastgeber "bestraft". Mit Tor Nummer zwei (77.) gegen die in Unterzahl fast verzweifelt um den Ausgleich bemühten Schalker wurde er endgültig zum Matchwinner. "Hier zu gewinnen und zwei Tore zu machen, ist was Besonderes", freute sich di Salvo, dem schon beim 2:1-Pokalerfolg in Hoffenheim beide Treffer gelangen.

Logisch, dass Trainer Juri Schlünz "sehr froh" war über die tadellose Leistung seiner vor allem defensiv überzeugenden Elf und auch die nach dem Weggang von Martin Max viel beschriebene Meinung vom Offensiv-Problem nicht teilt. "Wir haben unsere ersten Saisontore in der Liga geschossen und einen guten Stürmer verpflichtet." Denn einen Tag zuvor hatte Schwedens Nationalspieler Marcus Allbäck einen Vertrag bis 2006 erhalten, war auf Schalke aber noch nicht spielberechtigt.

Trotz des bitteren 0:2 gegen den "Angstgegner", der in Gelsenkirchen schon den dritten Sieg seit 1999 einfuhr, war der Revierclub lange überlegen und spielbestimmend. "Moral und Engagement bewerte ich positiv. Allerdings hätten wir einen klaren Kopf behalten und unsere Chancen besser nutzen müssen", meinte Heynckes.

Während die Fans Ailtons Aussetzer mit Pfiffen quittierten, stehen Mannschaft und Trainer geschlossen hinter dem Torjäger, der bislang "nur" im UI-Cup traf. Frank Rost: "Jeder muss Toni helfen. Denn du kannst 20 Bordons und Krstajics kaufen. Wenn du vorn keine Entlastung schaffst, kannst du nicht gewinnen."

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