DIA: "Regierung redet Lage schön"
Riester-Rente reicht nicht aus

Trotz der Riester-Rente drohen künftigen Rentnern nach einer Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) wachsende Versorgungslücken bis hin zu Altersarmut. Die heute unter 45-Jährigen müssten mindestens 8 Prozent ihres Bruttoeinkommens - besser noch mehr - fürs Alter ansparen, um ihren Lebensstandard zu halten.

HB/dpa BERLIN. "Riester reicht nicht", erklärte das DIA am Donnerstag in Berlin. Das Institut ist ein Ableger der Deutschen Bank, die auch Altersvorsorgeprodukte anbietet.

Für die Riester-Rente sollen die Beschäftigten schrittweise bis zu 4 Prozent ihres Bruttoverdienstes abzweigen. Dabei erhalten sie Zuschüsse vom Staat. "Riester ist Pflicht", erklärte DIA-Berater und Rentenexperte Meinhard Miegel. Allerdings reiche die Riester-Rente alleine nicht aus. Die heute unter 45-Jährigen müssten insgesamt "mindestens das Doppelte" - also 8 Prozent und mehr - für die zusätzliche Altersvorsorge ausgeben.

Die DIA-Experten gehen davon aus, dass sich die gesetzliche Rente deutlich schlechter entwickelt als die Regierung voraussagt. DIA- Sprecher Bernd Katzenstein warf der Regierung vor, die Lage schönzurechnen und die Menschen in falsche Sicherheit zu wiegen. Bis Ende 2002 würden nur 3 bis 3,5 Millionen einen Vertrag über eine private Riester-Rente abschließen. Dies liege auch an den illusorischen Regierungsprognosen. "Wir haben einen Reform- und Wahrheitsstau in Deutschland", sagte Katzenstein.

Als heuchlerisch kritisierte das DIA Vorschläge, das Rentenalter schrittweise auf 67 Jahre zu erhöhen. Die meisten Menschen würden nicht bis zu dieser Altersgrenze im Job bleiben. Eine Erhöhung des Rentenalters sei daher nichts anderes als eine "Rentenkürzung auf dem kalten Weg". Die Schuld für seine "Minirente" werde dann aber auf den Einzelnen abgeschoben, der die Altersgrenze nicht erreicht habe.

Nach Angaben des DIA geht es dem Gros der heutigen Rentner so gut wie noch nie in der Geschichte Deutschlands. Dies werde sich ändern. Der sinkenden gesetzlichen Rente stehe ein wachsender Geldbedarf der Alten gegenüber. So gehen die Experten davon aus, dass künftige Rentner sehr viel stärker selbst ihre Pflege- und Gesundheitskosten bezahlen müssen, weil die arbeitende Generation die wachsenden Kosten nicht mehr schultern kann. Als Folge fehlten den Rentnerhaushalten im Jahr 2020 rechnerisch im Durchschnitt 518 Euro monatlich, um ihre Kosten zu decken, heißt es in der Studie.

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